Die Gleichschaltung hat begonnen

Am 06.10.2026 wurde erstmals seit Hermann Göring im August 1932 wieder ein Mitglied einer als gesichert Rechtsextrem eingestuften Partei zum Präsidenten eines Parlamentes in Deutschland gewählt, und zwar in Sachsen-Anhalt. Der AfD-Kandidat Tobias Rausch erhielt dabei nicht nur die Stimmen seiner Partei und des Bündnisses Sahra Wagenknecht, sondern auch von vier weiteren Abgeordneten des Landtages, vermutlich von der CDU. Dieses Ereignis lässt mich zu folgenden Aussagen kommen, die nicht notwendigerweise aufeinander aufbauen.

Das Gift ist im Körper der Demokratie angekommen, und die körpereigene Polizei wurde ausgeschaltet, das Gift übernimmt jetzt die Herrschaft über Körperteile. Der Zustand des Patienten „Demokratie“ ist jetzt lebensbedrohlich.

Die CDU, die sich so unglaublich viel auf ihre Sauberkeit, Lauterkeit und ihre staatstragende Funktion einbildet, ist erneut zu einem Haufen machtgeiler, dekadenter und korrupter Steigbügelhalter verkommen, wie es die bürgerlichen Parteien zu Beginn der dreißiger Jahre ebenfalls waren. Das ist deshalb besonders traurig, weil wir eine lautere, ernsthaft konservative, demokratische, meinetwegen auch christliche, an moralischen Werten orientierte Partei brauchen, eine Partei, die bewahren, schützen und Traditionen erhalten will. Die Demokratie zum Beispiel und die klassischen Menschenrechte. Das muss nicht notwendigerweise eine wirtschaftsradikale Kapitalisten- und Ausbeuterpartei sein, keine neue F.D.P. 2.0.

In ihrem Todeskampf schlägt die CDU, die selbst ihren Abstieg noch nicht fassen kann, um sich. Erstmals droht sie SPD und Grünen mit Konsequenzen, falls es in Berlin zu einer Regierungsbeteiligung der Linkspartei kommt. Sie erpresst andere demokratische Parteien mit dem Machtmittel des Bund-Länder-Finanzausgleichs.

Die Gleichschaltung, Einschüchterung und Erpressung hat begonnen. Merz ist Papen!

Die Linke will bezahlbaren Wohnraum. Das ist nach CDU-Meinung verfassungswidrig.

Die Angst vor Machtverlust ist der Grund, dass diese Bundesregierung noch im Amt ist, und diese Angst ist sogar verständlich. Denn zur AfD gibt es keine Alternative mehr, außer dieser Regierung, nicht bei den jetzigen Verhältnissen im Bundestag. Doch auch deren Zeit läuft ab. Politischer Machtpoker, Arroganz und ein allgemeiner Rechtsdrall haben die Demokratie, vor allem aber den Respekt vor der Menschlichkeit zerstört.

Die Gleichschaltung hat begonnen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss sparen, und seine Journalist*innen vermeiden klare Aussagen. „Die Aussage Donald Trumps ist umstritten“. Wahr wäre: „Die Aussage Donald Trumps lässt an seinem Verstand zweifeln und zeugt von Unkenntnis der Sachlage“. Und dabei ist es völlig egal, um welche Aussage Donald Trumps es geht. Dasselbe gilt für die Aussagen von Friedrich Merz, Jens Spahn, Markus Söder und Alexander Dobrint. Sogenannte mediale Neutralität zeugt von Angst und Feigheit. Denn Aufgabe des Journalismus ist die Einordnung. Ohne sich mit einer politischen Sache gemein zu machen, kann ein Journalist oder eine Journalistin sagen, was war ist, was überwiegend für wahr gehalten wird, und wofür es eine hinreichende Evidenz gibt.

Und jetzt ist eben Tobias Rausch Landtagspräsident in Sachsen-Anhalt. Die Amadeu-Antonio-Stiftung Schrieb auf Mastodon dazu: „Der Landtagspräsident ist die mächtigste Person im Parlament und soll ein neutraler Schiedsrichter sein. Gerät dieses Amt in die Hände der AfD, kann aus dem Hüter des Parlaments ein Schlagstock gegen die Demokratie werden. Warum? Wer Redezeiten verteilt, kann Abgeordnete zum Schweigen bringen. Wer Fristen setzt, kann Gesetzgebung verschleppen. Wer Akteneinsicht verwehrt, kann rechtsextreme Machenschaften vertuschen.“ Was müssen wir noch wissen?

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Hilflose Gedanken

Am letzten Wochenende fand in Wiesbaden die erste sogenannte PRÜF-Demo statt. Seit Monaten wird in praktisch allen Landeshauptstädten monatlich gefordert, alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem charakterisiert werden, vom Bundesverfassungsgericht prüfen zu lassen. Auf der Demonstration in Wiesbaden sollen mehrere hundert Menschen gewesen sein.

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Vielleicht wieder mehr Blogbeiträge von mir

Eigentlich habe ich in den letzten Jahren das Bloggen ja so gut wie aufgegeben, und ich habe mich oft gefragt, warum das so ist. Einen Grund habe ich jetzt gefunden, und ich habe versucht, eine Lösung zu bauen.

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Fragmente: Keine Angst, liebe Grüße und Mehrzweckeier

Wenn ich mich knapp alle vier bis fünf Monate mal hinsetze und ein paar eigene Zeilen in den Computer tippe, dann merke ich, wie mir die Puste ausgeht. Gerade in Zeiten, wo ich mehr schreiben sollte, verstumme ich. Ich stehe geschlagen und fassungslos vor der Wirklichkeit, die im Stundentakt das Haus einreißt, in dem ich geboren wurde und aufgewachsen bin. Wenn ich dann tatsächlich etwas schreibe, ist es kein geschliffener Text mehr, sondern eine Fragmentsammlung wie die Folgende.

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Ich hatte einen Traum

Normalerweise erinnere ich mich morgens nicht an meine Träume, aber diesmal schon. Keine leichte Kost.

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Ende meiner Programmbeschwerde gegen das Sommerinterview mit Alice Weidel

Im letzten Jahr habe ich 2 Programmbeschwerden beim Rundfunkrat Berlin Brandenburg gegen Live-Sendungen mit AfD-Spitzenfunktionären eingereicht. Jetzt ist auch die Zweite vom Rundfunkrat zurückgewiesen worden.

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Kommentar zum Ende des Bürgergeldes

Für einen Moment hatte ich gehofft, wir wären in Deutschland wenigstens an dem Punkt angekommen, an dem Armut nicht mehr als moralisches Versagen behandelt wird. Ich hatte gehofft, wir hätten gelernt, dass Menschen, die keine Arbeit finden, krank sind, behindert sind oder aus anderen Gründen nicht in den Arbeitsmarkt passen, deshalb nicht weniger wert sind. Ich hatte gehofft, dass wenigstens ein Mindestmaß an Menschlichkeit erhalten bleibt. Diese Hoffnung war offenbar naiv.

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Als sei alles normal

Den folgenden kleinen Beitrag habe ich für den Ohrfunk geschrieben.

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Abgesang auf die Nachkriegsordnung

Für den Ohrfunk habe ich vor einer Woche folgenden Kommentar geschrieben.

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2025, Das Jahr der Erkenntnis

Das war vielleicht ein turbulentes Jahr, nicht wahr? Man kam ja gar nicht zum Durchatmen: Trumps Amtsantritt, Bundestagswahl, Gazakrieg: Eine Katastrophe jagte die Andere. Es würde mich nicht wundern, wenn 2025 einmal in den Geschichtsbüchern ähnlich herausragend dastehen würde wie z. B. die Jahre 1789 oder 1848. 2025 ist das Jahr, in dem wir erkannten, wenn wir es denn erkennen wollten, dass eine fortschrittliche Regierung, eine demokratische Gesellschaft, die ihre Entscheidungen über Kompromisse aushandelt, keinen dauerhaften Bestand haben kann. Für verwöhnte Traumtänzer, die in einer westlichen Wohlstandsgesellschaft aufgewachsen sind, ist diese Erkenntnis schwer zu verdauen, das erfahre ich gerade am eigenen Leib. Trotzdem ist es wichtig, die Ereignisse gerade dieses Jahres einer kritischen Würdigung zu unterziehen und schonungslos ehrlich zu betrachten.

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