Blogempfehlungen an einem freien Morgen

Eigentlich wollte ich ja heute Morgen eine Klangfarbensendung für Sonntag produzieren, weil wir übers Wochenende in Berlin sind zur
Ohrfunk-Jahreshauptversammlung. Aber meine Liebste schläft seit Wochen so schlecht, dass sie sich noch einmal hingelegt hat und wir am Wochenende eine Sendung wiederholen werden. Das führte dazu, dass ich unverhofft einen freien Morgen hatte. Und was habe ich damit gemacht? Ich habe endlich, endlich, endlich mal wieder in anderer Leute Blogs gelesen.

Es gibt Blogs, die werden ständig gelesen, die sind in, die werden ständig retweeted. Und es gibt Blogs, die fristen ein Schattendasein, weil sie nur wenige Leser haben, wenn sich ihre Betreiber auch unendliche Mühe geben. Ich weiß, wie so etwas funktioniert, ich lese selbst auch viel zu selten und gebe viel zu selten meine Empfehlungen ab. Gerade drei Blogger aber, die auch mir ständig die Stange gehalten haben in den letzten Jahren, möchte ich hier doch einmal empfehlen.

Da ist zum einen das Blog von Texthase Online. Dahinter verbirgt sich die freie Autorin und Texterin Paula Grimm. Mit ihren vielseitigen Tipps zum Self Publishing und zum Schreiben allgemein kann sie wertvolle, freundliche Hilfe für Menschen bieten, die gern im Internet schreiben und veröffentlichen möchten. Daneben finden sich ganz private Anmerkungen über den Verlauf ihrer Woche, Empfehlungen von Webseiten und auch philosophische Beiträge, zum Beispiel über die Bedeutung von Farben in der Alltagssprache, über Metaphern und den zugehörigen Zeitgeist. Wer gut mitliest erkennt schnell, dass sie ihre Ansichten aus einer zutiefst christlichen Weltsicht heraus entwickelt. Unter anderem das macht die nachdenklichen Texte für einen Atheisten wie mich so interessant. Die technische Hilfestellung beim Schreiben, die Empfehlung von Blogs und Webseiten, aber auch eigene Buchprojekte machen aus dem Blog und der dazugehörigen Webseite ein vielseitiges, interessantes Projekt.

Ein weiteres Blog, das ich viel zu selten lese, ist das Blog von Andijah. Schon die Person ist, wie ich aus eigenem Erleben weiß, sehr vielseitig und interessant, und vieles davon spiegelt sich in ihrem Blog wieder, wenn sie vom Leben auf dem Land, vom Bau und Ausbau ihres Hauses, von ihrer Leidenschaft für LKW berichtet. Und dann kommen auch hier plötzlich kritische, nachdenkliche Artikel, ausgelöst durch ein persönliches Erlebnis oder durch Diskussionen auf Twitter oder in anderen Medien. Andijah beweist, dass man über ein Blog irgendwie in Kontakt bleiben, von den neuesten Entwicklungen im eigenen Leben, bei der Arbeit und im Garten berichten kann, und dass man tiefschürfende Gedanken auf einfache Weise mitteilt. Gespräche mit Andijah haben mich schon zu so manchem Artikel in meinem eigenen Blog veranlasst. Ihr solltet dieses Blog unbedingt einmal lesen.

Dass ich noch einmal das Blog von Franz-Josef Hanke erwähnen würde, stand wohl zu erwarten. Ich habe mich bereits sehr gefreut, als er zu bloggen begann. Politik, Geschichte, Bürgerrechte, persönliche Erinnerungen und Omnibusse sind nur einige seiner Themen. In der Kürze liegt für ihn die Würze, und er kann das auch. Seine journalistisch hochwertigen Texte vermitteln das, was sie sagen wollen, in wenigen Absätzen, und man hat doch das Gefühl, viele interessante Dinge gelesen und Gedanken gedacht zu haben, die sich festsetzen. Ein klarer Blick auf unsere Gesellschaft und ihre politische Situation ist ein Merkmal seiner Arbeit in diesem Blog, und nicht nur dort.

Wenn ich mich mal wieder wundere, wie selten meine Blogs gelesen werden, sollte ich mir vor Augen führen, wie selten ich dazu komme, die Blogs zu lesen, die ich für besonders wertvoll halte, oder wie selten ich mir die Zeit nehme. Dabei ist der Austausch mit Menschen, die so viele interessante, tolle und weitblickende Dinge zu sagen haben immer sehr bereichernd.

Vielen Dank euch dreien und allen Bloggerinnen und Bloggern, die mit klaren, freundlichen und persönlichen Stimmen das Internet bereichern.

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Aus Franz-Josef Hankes Blog: Hartz raubt Menschenwürde: Wie viel Geld haben Sie in Ihrer Tasche?

„Fassungslos stehe ich da und frage mich, wer solche Gesetze verbrochen hat, in denen Leistungsberechtigte wie Verbrecher behandelt werden. Wut, Trotz und Trauer mischen sich in meinen Gefühlswallungen.“

So kommentiert Franz-Josef Hanke seine Antwort auf meinen Beitrag über meinen Besuch im Jobcenter und die neuen Formulare bei der Rückmeldung. Es ist schön, dass es Menschen gibt, die so klar Stellung gegen die unwürdige Behandlung von Menschen ohne Arbeit beziehen. Die Frage nach dem Bargeld in der Tasche ereilt inzwischen alle Arbeitslosen, nicht nur mich. Es geht hierbei nicht um mein persönliches Schicksal, sondern um die Würde aller Menschen ohne bezahlten Job. Deshalb sind so klare Stellungnahmen wie die von Franz-Josef Hanke so wichtig. Vielen Dank dafür.

via Hartz raubt Menschenwürde: Wie viel Geld haben Sie in Ihrer Tasche? | Franz-Josef Hanke.

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Aus meinem Privatblog: Blogempfehlungen an einem freien Morgen

Es gibt Blogs, die werden ständig gelesen, die sind in, die werden ständig retweeted. Und es gibt Blogs, die fristen ein Schattendasein, weil sie nur wenige Leser haben, wenn sich ihre Betreiber auch unendliche Mühe geben. Ich weiß, wie so etwas funktioniert, ich lese selbst auch viel zu selten und gebe viel zu selten meine Empfehlungen ab. Gerade drei Blogger aber, die auch mir ständig die Stange gehalten haben in den letzten Jahren, möchte ich hier doch einmal empfehlen.

via Blogempfehlungen an einem freien Morgen | Kleinigkeiten.

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Wie viel Geld haben Sie in ihrer Tasche? – Eine Jobcentergeschichte

„Haben Sie Bargeld bei sich? Und wenn ja, wie viel?“ Diese Frage wurde mir gestern völlig unvermittelt gestellt, und ich war gesetzlich dazu verpflichtet, sie zu beantworten. Nein: Ich bin nicht als Krimineller ins Gefängnis eingerückt und musste meine Wertsachen abgeben und die Annahme durch das Gefängnispersonal quittieren; Ich war lediglich beim KreisJobcenter und habe als Arbeitsloser den sogenannten Nachfolgeantrag gestellt, um auch in den nächsten sechs Monaten genug zu Essen zu haben. Gefühlt aber habe ich mich wie ein Verbrecher, der den Menschen und dem Staat auf der Tasche liegt und kein Recht hat, etwas für sich zu beanspruchen.

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Die Demokratie ist tot, und was nun?

Den folgenden Beitrag habe ich schon Anfang April für den Ohrfunk geschrieben, aber vergessen, ihn ins Blog zu stellen. Das hole ich hiermit nach.

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If I say the Words – Meine Hitparaden und ich

Irgendwo unter meinen tausend Kassetten, die in mehreren großen Kisten ihrer Verstaubung entgegenschlummern, befindet sich auch eine, deren B-Seite heute vor 30 Jahren aufgenommen wurde. Zuerst kann man dort ein paar Lieder hören, an die ich mich nicht mehr so genau erinnere, dann plötzlich ist nur die zweite Strophe eines Liedes zu hören, eines weithin unbekannten englischsprachigen Schlagers niederländischer Bauart. Das Lied hieß „If I say the Words“ und stammte von der niederländischen Gruppe BZN. Mit diesem Lied und mit diesem Tag begann meine Liebe zum niederländischen Radio, zur niederländischen Musik, ja meine Begeisterung für Popmusik überhaupt, und natürlich meine Liebe zu Hitparaden.

Als ich 13 war, kaufte meine Familie in den Niederlanden ein kleines Ferienhaus. Nicht am Meer, wo es alle hinzieht, sondern kurz hinter der Grenze in der Provinz Limburg, nahe bei der Stadt Roermond, die vielen Westdeutschen heute wegen des dort ansässigen Designer Outlets bekannt ist. Von da an lebte ich in einem Wunderland. Am Wochenende waren wir immer dort, und ich liebte die Stille, den Wald, den Sand unter meinen Füßen, den See hinterm Haus, die Enten im See, die meinen Freunden und mir die Brotstücke aus den Fingern nahmen, die Vögel in den Bäumen, die jedes Erwachen zu einem Fest machten, die Eichhörnchen, die morgens übers Dach liefen, um nach Nüssen zu jagen, das Hämmern und Sägen der Menschen, die fröhlich an ihren Häuschen arbeiteten, ihrem privaten Lebensglück, unterstützt von Nachbarn und Freunden, die einander fröhlich über die niedrigen Zäune und Hecken hinweg Klatsch, Infos und Freundlichkeiten mitteilten. Ich liebte den Gesang an den Abenden vor so manchem Haus, den Duft nach Rauch und Feuer, nach Grillgut und Dünger, nach Wald und Feld. Ich liebte das Knallen der Vogelscheuchen, das Planschen der Kinder im See, den Bass der Musik, die bei Festveranstaltungen aus dem Festsaal und der Kantine drangen. Ich liebte das Radio, das mir von ferne fremdartige Worte und Töne ins Haus brachte. Ich liebte das Frühstück draußen auf der Terrasse, während sich ein älterer Nachbar über unseren Zaun beugte und stundenlang mit uns schwatzte. Wir nannten ihn den Zaunkönig. – Und so könnte ich noch Stunden schwärmen von dem Paradies meiner Kindheit und Jugend. Mit zwei Freunden erkundete ich die Gegend und erlebte allerlei Abenteuer, wer mir wichtig war, dem wollte ich dieses wundervolle Kleinod zeigen, das noch heute tief in meinem Herzen lebt.

Ich darf sagen, dass wir bei unseren Nachbarn schnell beliebt waren und Freunde fanden. Deutsche und Niederländer gleichermaßen verstanden sich mit uns, und so mancher Samstag wurde in den kommenden Jahren zum Grill- und Feiertag. Aber unsere niederländischen Freunde sprachen deutsch mit uns, und wenn ich Radio hörte, schaltete ich meistens WDR 2 ein, der kurz hinter der Grenze gut zu empfangen war. Wenn ich damals Musiksendungen hörte, dann war es die Schlagerrallye auf WDR 2, die mir Mitte 1983 aufgefallen war. Mein erster Hit aus der Popmusik war „Moonlight Shadow“ von Mike Oldfield, und an der neuen deutschen Welle begeisterte mich fast ausschließlich Peter Schilling mit seinen Weltraum- und Science-Fiction-Songs.

Am liebsten hätte ich immer meine gesamten Schulferien auf Heelderpeel verbracht, so hieß der Campingplatz, auf dem unser Häuschen stand. Aber meine Eltern mussten oft arbeiten, und so war meistens nicht länger als eine Woche möglich. In den Osterferien 1984 hatten wir uns auf die erste Woche geeinigt. Meine Freunde Helmut und Mark waren auch da, und wir verlebten eine schöne Zeit. Eine Katze war uns zugelaufen, auf dem Platz gab es viele Katzen ohne Besitzer. Wir fütterten sie und versuchten, sie an uns zu gewöhnen, allerdings vergebens. Helmut hatte seine Vorliebe für die neue Musikrichtung Breakdance entdeckt, aber ich konnte damit überhaupt nichts anfangen. Trotzdem probierte ich an den strengen Rhythmen meine Schneidekünste aus, und wir produzierten ein Medley. Leider war die Woche viel zu schnell vorbei, und am 15. April hätten wir Heelderpeel verlassen müssen. Doch es gab eine Überraschung: Meine Schwester, 11 Jahre älter als ich und schon Mutter zweier Kinder, wollte eine Woche mit mir und meinem Freund Helmut auf Heelderpeel Urlaub machen. Es war eine der schönsten Wochen dieses Jahres. Meine Schwester war fröhlich und gut drauf, wir spielten einander Streiche, meine Freunde und ich waren viel unterwegs, wir kochten auch mal zusammen. Im Hintergrund lief Radio, meine Schwester hörte gern Musik. Aber sie war nicht auf WDR 2 festgelegt, sondern drehte am Senderwahlknopf und blieb, wo es ihr gefiel. So kam es, dass erstmals das Radio auf Hilversum 3, dem Pop-Sender der Niederlande, eingestellt war. Schnelle, spritzige Moderatoren waren dort zu hören, die ich nicht verstand, und überhaupt machte das Ganze für mich einen hektischen Eindruck. Aber meine Schwester war zufrieden, sie konnte oft ihr damaliges Lieblingslied hören: „Hello“ von Lionel Richie. Und sie erzählte mir, dass auf dem Video eine blinde Frau mit Langstock zu sehen sei, die durch die Straßen einer Stadt ginge.

Heute vor 30 Jahren, am Donnerstag, dem 19. April 1984, wurde meine Schwester von meinem Schwager abgeholt, und ein paar Stunden war ich allein in unserem Häuschen, bevor meine Eltern kamen und mit mir das Wochenende dort verbrachten. Ich weiß noch genau, wie das Häuschen aussah, der langgestreckte Wohnraum, der früher ein eigenes, kleines Zelthaus gewesen war. Hinten eine Küche und ein Bad angebaut, über den sandigen Hang hinweg und unterkellert, daran arbeitete mein Vater noch. Und wie ein L angebaut zwei Schlafzimmer: Eins für meine Eltern, eins für mich. Ich kniete an diesem Mittag vor meinem Bett und vor dem Radiogerät, das immer noch auf Hilversum 3 eingestellt war. Fasziniert hörte ich, dass offenbar eine Hitparade lief, obwohl ich kaum etwas verstand. Ich spitzte also die Ohren. Niederländische Zahlen kannte ich schon, also konnte ich die Plätze der einzelnen Lieder ermitteln. Leicht zu hören war auch, ob es sich um einen Aufsteiger oder absteiger handelte, und ich konnte auch ermitteln, wieviele Wochen das Lied bereits in der Hitparade vertreten war. Mit den Hitparaden auf Hilversum 3 begann ich, niederländisch zu lernen. Nicht alles war gut, was ich da an Musik hörte, längst nicht alles gefiel mir, aber ich lauschte fasziniert der Hitparade und bedauerte, dass es Donnerstag war. Donnerstags würde ich künftig selten Hitparaden hören können. Ich ahnte damals noch nicht, dass fast jeden Tag auf dem Sender eine Hitparade zu hören war. Der Sender wurde nämlich von verschiedenen öffentlich-rechtlichen Veranstaltern benutzt. Es gab einen katholischen Radiosender, der Sonntags sendete, einen sozialistischen, er war Dienstags dran, einen evangelischen, den hörte man Mittwochs, einen überkonfessionell christlichen, der Samstags seine Sendungen ausstrahlte, und drei reine Unterhaltungsstationen, die Montags, Donnerstags und Freitags sendeten. Freitags war es das berühmte „Radio Veronica“, der ehemalige Seesender, den man auch fälschlicherweise einen Piratensender genannt hatte. Donnerstags sendete die TROS, auch ein POP- und Unterhaltungssender. So war ich also mitten in die TROS Top 50 hineingeraten.

Was dann geschah, ist für sich genommen vollkommen unspektakulär. Ich döste ein. Wir hatten in den letzten Tagen oft die Nacht zum Tag gemacht, zusammen gesessen, auch mal ein Gläschen Wein getrunken, was für mich eine neue Erfahrung war. Ich war einfach platt, auch weil ich morgens noch mit meinen Freunden gewandert war. Jedenfalls döste ich während der Hitparade ein, vor dem Bett kniend, den Kopf auf dem Bett liegend, vor mir das Radiogerät, das leise lief. Gegen viertel nach fünf kamen meine Eltern zur Tür herein, und dabei wurde ich wach. Das erste, was ich hörte, war ein Lied. Eine Männerstimme sang: „If I say the words I want you, will you smile or let me down? Will you hold my hand or turn around?“ Dann ein kurzes Instrumental, und dann ein mehrstimmiger Gesang unter Führung einer Frau: „If you say the words I want you, I would never let you down. Love is golden like the morning sun, say the word and I’ll be yours.“ Aber da hatte ich längst den Aufnahmeknopf gedrückt und stand auf, um meine Eltern zu begrüßen.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=0t6Y4u3g4VU?rel=0&w=420&h=315]

 

Ich weiß nicht, warum „If I say the Words“ von BZN, das an diesem Tag Platz 6 der TROS top 50 war, einen so großen Eindruck auf mich gemacht hat. Vielleicht, weil ich an einer der schönsten Stellen des Liedes aufgewacht war. Es klang überirdisch schön für mich, obwohl es ein einfaches Schlagerliedchen ist, sagt mein Kopf. Aber es hat seinen Zauber nie verloren. Ich musste es unbedingt in voller Länge aufnehmen, und so verbrachte ich jede freie Minute am Radio, bis ich es endlich ergatterte. Anfangs ärgerte ich mich noch darüber, dass die niederländischen Moderatoren in die Liedanfänge sprachen, dass kaum ein Lied ausgespielt wurde, aber das verging schnell. Als ich dieses Lied suchte, in den Osterferien 1984, lernte ich die Hitparaden der niederländischen Sender kennen, die berühmten Moderatoren, die Vielfalt der neueren und älteren Popmusik, eine Hitparade, in der klassische Stückchen, experimentelle, teils elektronische Musik, Pop- und Rockröhren und kaum erträgliche niederländische und deutsche Schlager nebeneinander zu hören waren. Ich verliebte mich endgültig in Land und Leute, und in das Radio.

Heute mag ich es gemächlicher. Wenn ich selbst eine Sendung moderiere, muss ich nicht überall hineinquatschen, ich kann meine Infos auch nach dem Lied in aller Ruhe an die Hörerschaft bringen. Aber wenn ich bei einer Veranstaltung den DJ gebe, oder wenn ich unsere Partysendung beim Ohrfunk moderiere, dann sind mir die niederländischen Moderatoren mit ihrer spritzigen Fröhlichkeit oft noch immer ein Vorbild. Und wenn ich die alten Hitparaden noch einmal alle hören könnte: Wie gern würde ich das tun.

Und BZN? Die Gruppe wurde für lange Zeit meine Lieblingsband. Ich mochte nicht alles, aber vieles. Beim 25jährigen Jubiläum der Band im Jahre 1991 war ich live dabei. In den Niederlanden sind sie eine Legende, als sie sich 2007 nach 41 Jahren auflösten, wurde eine 13teilige Dokumentation über sie gedreht, und das Abschiedskonzert wurde live im Fernsehen und Radio übertragen. Ich habe inzwischen viele viele Dinge gehört, die künstlerisch anspruchsvoller und interessanter sind als die Lieder von BZN, aber diese Band wird für mich immer etwas besonderes bleiben, weil sie mit meinem Leben so eng verwoben ist. Und „If I say the words“ wird für immer das Lied bleiben, das ich mit meiner Liebe für die Niederlande, ihre Hitparaden und ihre Musik verbinde, und für die unbeschwerten und paradiesischen Teile meiner Kindheit und Jugend.

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Von der „Ehre“, bei Wikimannia genannt zu werden

Im folgenden Beitrag gibt es ganz bewusst so gut wie keine Verlinkung. Ich will ihn weder für themenfremde, noch für themennahe Werbung nutzen.

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Ein paar Worte zur Homophobie-Debatte

Manchmal gibt es gesellschaftliche Debatten, bei denen man denkt, man habe sie seit vielen Jahren hinter sich. Eine grün-rote Schulinitiative hat in den Feuilletons der großen Tageszeitungen eine wahre Flut von Beiträgen über Homophobie ausgelöst. Und ich muss an die Menschen denken, die das lesen müssen.

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Kleinkarierte Kleinstaaterei

Am vergangenen Wochenende tauchte eine bedenkenswerte Meldung in den Schlagzeilen auf. Bei einem inoffiziellen Internetreferendum in Venetien hätten sich 89 % der Bevölkerung für die Loslösung von Italien und die Gründung der „Republik Venetien“ ausgesprochen, mit der Lagunenstadt Venedig als Hauptstadt. Die mittelalterliche „Republik Venedig“, damals ein bekanntes internationales Zentrum von Handel und Verkehr, war für die Initiatoren das Vorbild für ihre gebietsvorstellungen im Bezug auf den neuen Staat. Nun fordern sie ein offizielles und bindendes Referendum.

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Ich schreibe, warum ich nichts schreibe – meine politische Lethargie

In den letzten Wochen habe ich auf Twitter fast nur noch gelesen, aber nichts mehr geschrieben und keine Stellung mehr bezogen. Das mag die Nation im Allgemeinen nicht interessieren, für mich ergab sich aber nach dieser längeren Abstinenz der Wunsch, mal wieder einen richtig guten politischen Kommentar zu schreiben. Also setzte ich mich an meinen Computer, und da sitze ich noch. Das Problem: Ich habe keine wirkliche Inspiration und sehe keinen Sinn in einem weiteren Kommentar meinerseits. Also mache ich aus der Not eine Tugend und erzähle Ihnen, warum das so ist.

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