Von der „Ehre“, bei Wikimannia genannt zu werden

Im folgenden Beitrag gibt es ganz bewusst so gut wie keine Verlinkung. Ich will ihn weder für themenfremde, noch für themennahe Werbung nutzen.

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Ein paar Worte zur Homophobie-Debatte

Manchmal gibt es gesellschaftliche Debatten, bei denen man denkt, man habe sie seit vielen Jahren hinter sich. Eine grün-rote Schulinitiative hat in den Feuilletons der großen Tageszeitungen eine wahre Flut von Beiträgen über Homophobie ausgelöst. Und ich muss an die Menschen denken, die das lesen müssen.

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Kleinkarierte Kleinstaaterei

Am vergangenen Wochenende tauchte eine bedenkenswerte Meldung in den Schlagzeilen auf. Bei einem inoffiziellen Internetreferendum in Venetien hätten sich 89 % der Bevölkerung für die Loslösung von Italien und die Gründung der „Republik Venetien“ ausgesprochen, mit der Lagunenstadt Venedig als Hauptstadt. Die mittelalterliche „Republik Venedig“, damals ein bekanntes internationales Zentrum von Handel und Verkehr, war für die Initiatoren das Vorbild für ihre gebietsvorstellungen im Bezug auf den neuen Staat. Nun fordern sie ein offizielles und bindendes Referendum.

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Ich schreibe, warum ich nichts schreibe – meine politische Lethargie

In den letzten Wochen habe ich auf Twitter fast nur noch gelesen, aber nichts mehr geschrieben und keine Stellung mehr bezogen. Das mag die Nation im Allgemeinen nicht interessieren, für mich ergab sich aber nach dieser längeren Abstinenz der Wunsch, mal wieder einen richtig guten politischen Kommentar zu schreiben. Also setzte ich mich an meinen Computer, und da sitze ich noch. Das Problem: Ich habe keine wirkliche Inspiration und sehe keinen Sinn in einem weiteren Kommentar meinerseits. Also mache ich aus der Not eine Tugend und erzähle Ihnen, warum das so ist.

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Russische Intervention auf der Krim – Krieg oder Frieden in Europa

Der folgende Beitrag wurde von mir am 03.03.2014 für Ohrfunk.de geschrieben. Leider habe ich vergessen, ihn in mein Blog zu stellen, was ich jetzt nachhole, obwohl die Geschichte längst über diesen Beitrag hinweggegangen ist.

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Karnevalsparty des Karnevalsmuffels

Es gibt so Augenblicke, da erkenne ich mich selbst nicht wieder. – Hier: Weihnachten ist so ein fall… – Da sitz ich dann und mache für den Ohrfunk eine Bescherungssendung mit Glocken und guten Wünschen und Kirchenliedern, und das, obwohl ich mit dem Gott und dem dazugehörigen heiligen Geist nicht so viel am Hut hab. Gut, in der Kindheit, da schon, normal, aber heutzutage?

Oder Karneval. Als Kind ging ich als Cowboy oder Indianer, wechselte also quasi wahlweise die Seiten und genoss die Kindheit. Aber als ich erwachsen wurde, ging mir das gewissermaßen verordnete Komasaufen einer ganzen Generation, voll mit heimlicher Untreue und aufgesetzter Fröhlichkeit auf den Keks, Massen im Schunkelbierzelt hätte ich auch auf dem Oktoberfest haben können, aber das mag und mochte ich auch nicht. – Also kein Karneval.

Und dann saß ich am Mittwoch bei Franz-Josef Hanke im Wohnzimmer. Im Gegensatz zu mir liebt er den kölner Karneval und bedauert, in diesem Jahr nicht dort sein zu können. Und dieses Bedauern rührte eine Seite oder auch Saite in mir an. Plötzlich hörte ich mich mit den Bläck Fööss singen: „drink doch eine met!“ Es ist zum Großteil auch ihm zu verdanken, wenn ich in einer Stunde auf ohrfunk.de eine Karnevalsparty beginne. Das hätte ich mir nie träumen lassen, aber es wird geschehen. Ganz alte Erinnerungen stiegen in mir auf, als ich mich einmal dazu entschlossen hatte. Ich selbst lese eine Büttenrede vor, damals, in der Aula unserer Schule. Die Sitzungspräsidentin, die immer „Stimmts oder hab ich recht?“ fragt, und wir alle klatschen. Der Lehrer, der immer sagt: „Herr Kapellmeister, Klatschmarsch!“ Wir und unsere Eltern bei der Karnevalssitzung der Schule mit einer tollen Schulband und durchaus auch intelligenten Büttenreden. Ein freier Nachmittag, an dem ich mit Cowboy- oder Indianergewand durch die Schule ziehe, einfach nur ein fröhliches Kind. Und auch ich lief mit dem kleinen Zug mit, der durch unser Schulgelände zog.

Also gut, denke ich mir, feiern wir Karneval noch mal so, wie vor … – nun, nicht 40 Jahren, wie es die Bläck Fööss besingen, aber wie vor 30 oder 35. Und wenn nicht ganz so, dann doch so, wie es in meiner Erinnerung lebt.

Na? Feiert ihr auch Karneval? Vielleicht kommt ihr ja zu meiner Party? Es gibt auch ganz alte Musik, und neue natürlich auch.

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Gerade gelesen: Todesengel – das neueste Buch von Andreas Eschbach

Andreas Eschbach ist einer der größten lebenden deutschen Schriftsteller. Zu unrecht wird er als Science-Fiction-Autor bezeichnet, nur weil er auch ein paar Ausflüge in dieses Genre unternommen hat. Eigentlich beschäftigt er sich mit der Gegenwart und den Möglichkeiten, die sich daraus für die Zukunft ergeben. Dabei greift er immer wieder aktuelle gesellschaftliche Fragen auf. Die endlichkeit der fossilen Ressourcen in „Ausgebrannt“, die Problematik der Wahlcomputer und einer echten Demokratie in „Ein König für Deutschland“, gesellschaftliche Folgen und Risiken bei einer Weiterentwicklung und Beherrschbarkeit der Nanotechnologie in „Herr aller Dinge“, um nur einige seiner jüngsten Veröffentlichungen zu nennen.

In seinem 2013 erschienenen Roman „Todesengel“ wendet sich Andreas Eschbach einem aktuellen gesellschaftlichen Problem zu: Der Jugendgewalt. Als ein Rentner in einer U-Bahn-Station zwei Jugendliche auffordert, die Sitzbänke nicht mutwillig zu zerstören, schlagen sie ihn brutal zusammen und hätten ihn vermutlich einfach ermordet, wenn nicht plötzlich eine weiß strahlende Gestalt mit wehendem Haar erschienen wäre und sie ohne Zögern erschossen hätte. Auf diesen Fall, und auf drei weitere, die sich binnen einer Woche ereignen, wird ein erfolgloser junger Journalist aufmerksam. Er hätte gern schon oft den Opfern brutaler Gewalt auf den Straßen eine Stimme gegeben, doch sein Chefredakteur beschied ihm, es passe nicht ins gesellschaftliche Klima, man wolle viel lieber etwas über den Hintergrund der Täter erfahren. Nun erhält er eine Chance, eine eigene Fernsehsendung zu moderieren, die „Anwalt der Opfer“ heißt und scheinbar genau seinen Idealen entspricht.

Wie immer ist Eschbachs Roman voll von interessanten, realistisch gezeichneten Figuren. Da ist der Journalist, mit dem man angesichts seiner allgemeinen Erfolglosigkeit und seines unbestreitbaren Engagements Sympathisiert, auch noch, als man langsam begreift, dass er zu Selbstjustiz aufruft und populistisches Gedankengut vertritt, nach härteren Strafen ruft und dem „Todesengel“ ein Forum bietet. Da ist der Soziologieprofessor, ein Frauenheld und unsympathischer, hochmütiger Karrierist, der unbeirrbar an der These festhält, dass man sich für die Motive und Hintergründe der Täter interessieren muss, um wirksam gegen Jugendkriminalität vorzugehen. Da ist der Staatsanwalt, der voller Arroganz und mit dem Auftreten eines überlegenen Medienprofis auf das Gewaltmonopol des Staates pocht und versucht, die Geschichte des modernen Robin Hood, zu dem der Journalist den Todesengel stilisiert, unter dem Teppich zu halten. Und dann haben wir noch einen redlich arbeitenden Polizeikommissar, dessen Ziel es ist, seine Arbeit zu tun und sich nicht durch den Medienhype einerseits und den politischen Druck andererseits einschüchtern und einnehmen zu lassen. Die Liste der Hauptfiguren ist damit natürlich nicht abgeschlossen, aber mehr soll hier nicht verraten werden.

Beim Lesen habe ich mich dabei ertappt, dass ich eine ganze Weile lang den Ansichten meines Sympathieträgers den Vorrang vor den Ansichten der anderen Seite gab. Wie gehen wir mit der gefühlt ständig zunehmenden Jugendkriminalität um? Sicher ist es keine Lösung, die Täter einfach in flagranti zu erschießen. Aber muss man die kriminellen und gewaltbereiten Jugendlichen immer mit ihrem schlechten Elternhaus, ihrer sozialen Stellung und ihrer Perspektivlosigkeit entschuldigen? Hat nicht jeder eine Wahl? Kann sich nicht jeder aus eigenem Antrieb entscheiden, nicht gewalttätig zu werden? Muss man den Jugendlichen nicht mit klaren Konsequenzen entgegentreten, und muss man diese Konsequenzen nicht nur androhen, sondern auch bereit sein, sie eben konsequent durchzusetzen? Und müssen es nicht Konsequenzen sein, die abschrecken, über die die Täter nicht nur lachen? Auch ich habe mich, wie einige im Buch, auf eine gewisse Weise für eine Weile erleichtert gefühlt, dass jemand diese Meinung einmal öffentlich vertritt, ein Mensch, der nicht im Verdacht steht, rechtsradikal und menschenverachtend zu sein. – oder? – Auch ich habe gefühlt, dass eine solche Meinung unpopulär ist, dass sie von den herrschenden Meinungsmonopolen vielleicht nicht unterdrückt, aber diskreditiert wird. – oder? –

Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis sich mein Inneres wieder geraderückte. Natürlich wird der Ruf nach härteren Strafen nicht unterdrückt oder diskreditiert, es ist der einfache Ruf, der von einer beachtlichen politischen Strömung bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein vertreten wird, mit dem Bestsellerautoren ihr Geld machen. Aber Andreas Eschbach spielt gekonnt mit Sympathie, Eloquenz und Engagement seiner Figuren. Neben allem anderen, was in diesem Buch zur Sprache kommt, zeigt er auch auf, wie sehr politische Überzeugungen auch an die Menschen gebunden sind, die sie vermitteln. Es dauert eine Weile, bis man begreift, dass der Journalist sich verrennt, weil auch er eine Geschichte hat, die man berücksichtigen muss. Er verliert danach nicht die Sympathie, aber man hofft, dass er die Kurve kriegt. Und es dauert auch, bis man sich eingesteht, dass die Thesen von der Prägung eines Menschen durch sein soziales und familiäres Umfeld nicht weniger wahr sind, nur weil sie von einem unsympathischen, egoistischen, erfolgsverwöhnten, testosterongesteuerten Soziologieprofessor vertreten werden. Und natürlich muss das Gewaltmonopol in den Händen des Staates liegen, will man, dass eine Gesellschaft funktioniert. Selbstjustiz ist keine Lösung, sie zu verhindern ist keine Unterdrückung.

„Todesengel“ ist sicher eins der dunkelsten Bücher Andreas Eschbachs. Nicht nur, weil man dort viele Menschen trifft, die Gewalt erfahren oder erfahren haben und dadurch für ihr restliches Leben gezeichnet sind, sondern auch, weil es keine Lösungen gibt, keine jedenfalls, die schnell spürbar funktionieren. Die Verrohung, die wir alle immer wieder zu spüren glauben, tritt auch in dem Roman deutlich zum Vorschein. Dass diese gefühlte allgemeine Verrohung im Gegensatz zu den Kriminalstatistiken steht, was im Buch auch angedeutet wird, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Umgang der Medien mit Gewalt.

Natürlich gibt es neben den tiefschürfenden gesellschaftlichen Problemen auch noch die persönlichen Geschichten der Beteiligten. Man kann dem Journalisten Beim Aufblühen zuschauen, ohne dass er seinen Charakter verändert. Eschbach zeichnet seine Figuren differenziert und interessant, wenn er auch mit der Darstellung von Liebesgeschichten meiner Meinung nach ein ernsthaftes Problem hat. Seine Beschreibungen der Polizeiarbeit, des Medienrummels und der Arbeit eines Selbstverteidigungslehrers werden, wie immer bei Eschbach, gut recherchiert und anschaulich vermittelt.

Populismus, so weiß ich nach der Lektüre dieses Buches wieder, ist nichts weit entferntes, was immer nur ein Problem anderer Leute ist. Populismus geht alle etwas an, auch mich, denn er ist gefährlich und kann im Gewand scheinbar vernünftiger und einleuchtender Argumente auftauchen.

Ich kann dieses Buch nur wirklich jedem empfehlen. Es macht nachdenklich, es verfolgt einen, und es findet Schmerz und Trauer.

Andreas Eschbach: Todesengel
Erschienen im Bastei-Lübbe-Verlag, auch als E-Book und Hörbuch ISBN 978-3-8387-4509-1

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Die Affäre edathy

Seit mehr als einer Woche wird die Republik mehr und mehr vom „Fall Edathy“ und von der „Affäre Edathy“ heimgesucht. Zum einen handelt es sich dabei um die Frage, ob ein bekannter Bundestagsabgeordneter Kinderpornografie besaß, was nach deutschem Recht strafbar ist, zum Anderen geht es darum, ob er vor Ermittlungen gewarnt wurde, ob Regierungsmitglieder Geheimnisverrat und andere Politiker Strafvereitelung begangen haben. Und die über allem stehende Frage lautet: Wird die große Koalition es überleben? Dieser Fall ist so komplex, dass ich mich ihm in mehreren Beiträgen widme. Im ersten Beitrag behandelte ich den rechtlichen „Fall Edathy“, im zweiten wird es um die politische „Affäre Edathy“ gehen.

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Der „Fall Edathy“

Seit mehr als einer Woche wird die Republik mehr und mehr vom „Fall Edathy“ und von der „Affäre Edathy“ heimgesucht. Zum einen handelt es sich dabei um die Frage, ob ein bekannter Bundestagsabgeordneter Kinderpornografie besaß, was nach deutschem Recht strafbar ist, zum Anderen geht es darum, ob er vor Ermittlungen gewarnt wurde, ob Regierungsmitglieder Geheimnisverrat und andere Politiker Strafvereitelung begangen haben. Und die über allem stehende Frage lautet: Wird die große Koalition es überleben? Dieser Fall ist so komplex, dass ich mich ihm in mehreren Beiträgen widmen werde. Im ersten Beitrag werde ich den rechtlichen „Fall Edathy“ behandeln, im zweiten wird es um die politische „Affäre Edathy“ gehen.

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Ein Einwurf zu Sotschi

Ein Kolumnist und Journalist hat vor kurzem sinngemäß gesagt, dass man sich auf die olympischen Winterspiele in Sotschi freuen dürfe, dass man aber nicht vergessen solle, in welcher Atmosphäre sie stattfänden, und dass man seinen kritischen Blick nicht verlieren solle. Aber reicht das aus?

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