Zwischen den Jahren angekommen: Bei mir beginnen die Feiertage

Schnee lag draußen vor der Tür, gestern und heute. Das passt. Lange war ich ein Adventsmuffel, und zu viel muss es auch heutzutage nicht sein, aber ein klein wenig Schnee gehört zum Ende des Jahres doch einfach dazu, zu der Zeit, in der bei mir das Jahr endet, bevor es für euch endet.

 

Heute Nachmittag war es. Für den Ohrfunk hatte ich nichts mehr zu tun heute, ich hatte jetzt frei. Draußen lag noch ein kleiner Rest Schnee, hier drin war es heimelig und in mein Herz kehrte Ruhe ein. Es war so weit. Auf meinem Desktop drückte ich das Icon mit der Beschriftung „DNMS-Rechenexpress“. Das Geräusch einer anfahrenden und Signal gebenden Dampflokomotive erklang, dann entstand die Tabelle auf dem Schirm. Aufgeführt die Hitparaden des letzten Jahres… Mein Advent begann, und gleichzeitig die Zeit zwischen den Jahren.

 

Vor 28 Jahren begannen einige Freunde und ich, wöchentlich eine gemeinsame Hitparade zusammenzustellen. Seither wird jedes Jahr am dritten Adventswochenende die Jahresauswertung dieser Hitparaden ausgespielt, dazu treffen sich alle Freunde, egal, wo sie in Deutschland leben mögen, um gemeinsam unser persönliches Jahr zu beschließen. In diesem Artikel in meinem Hauptblog habe ich ende letzten Jahres mehr darüber geschrieben. Für uns endet am dritten Adventsnachmittag unser persönliches Jahr, es ist Weihnachten und Silvester an einem Tag.

 

Natürlich muss das Jahresfest, das seit langem längst nicht mehr nur aus Musik besteht, sondern eine gemeinsame, besinnliche Rückschau auf das Jahr darstellt, vorbereitet werden. Damit habe ich heute begonnen. Den Nachmittag über las ich mir die vorläufig errechnete Jahreshitparade durch, suchte nach Tippfehlern, die das Ergebnis verfälschten. Damit beginnt die Arbeit der Ausrichter des Festes, das diesmal in unserer Wohnung stattfinden wird. Das Wochenende jetzt nutze ich noch für Korrekturen an der Liste selbst, dann beginnt die große logistische Vorbereitung. Wir sind 8 Leute, die Freitag, Samstag und Sonntag mehrere Mahlzeiten einnehmen und etwas trinken wollen. Schlafplätze müssen organisiert sein, es muss Zeit für Hundespaziergänge geben, das Essen muss gekocht werden, und zwar vorher, weil es sonst zu viele Pausen im Ablauf der Liste gibt. Dann wird ein Ablaufplan erstellt, der vor allem aus der Playlist der Hitparade besteht.

 

Alle Freunde steuern etwas zu unserem Fest bei, wir freuen uns schon sehr auf das kommende Wochenende. Weil meine Liebste und ich die Ausrichter sind, haben wir uns für die kommende Woche frei genommen vom Ohrfunk, es bleibt wahrlich genug zu tun.

 

Wir haben im letzten Jahr viel erlebt: Die Krankheit meiner Liebsten, der abschied von unserem Hund in den letzten Tagen, unser wunderschöner Urlaub in Holland, wo ich mich so daheim fühle. Am kommenden Wochenende werden wir all dies mit unseren engsten Freunden teilen können, das Jahr gemeinsam abschließen können, es ist wirklich oft wie eine Abrechnung, eine Bilanz. Danach ist die Zukunft wieder neu. Wenn wir also am dritten Advent nachmittags zu „Happy new Year“ mit einem Glas Likör anstoßen, haben wir ein besinnliches, fröhliches, schönes gemeinsames Fest erlebt, wie Weihnachten, und blicken auf ein leeres Blatt mit Wünschen, Hoffnungen und vielleicht auch Vorsätzen, haben jedenfalls gemeinsam mit dem alten Jahr abgeschlossen, wie zu Silvester.

 

Heute habe ich mit den Vorbereitungen begonnen, damit beginnt sowohl mein Advent, als auch die Zeit zwischen den Jahren.

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Rückschlag für Menschen mit Behinderungen weltweit

Seit Jahren führen behinderte Menschen und ihre Freunde in Deutschland die „UN-Behindertenrechtskonvention“ mit ihrer Forderung nach „Inklusion“ statt „Integration“ und ihren weitgehenden Vorstellungen zum Schutze behinderter Menschen vor Diskriminierung als geflügelte Worte im Munde. Selbst die Gegner einer modernen Behindertenpolitik und -Gleichstellung versprechen eilfertig, die „Inklusion“ fördern und Menschen mit Behinderung gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen zu wollen. Vorbild für all diese Bestrebungen waren immer die USA, für viele Aktivisten der Behindertenbewegung ein Land, in dem Milch und Honig fließt. – Bis letzten Dienstag.

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Es ist entschieden: Wir haben keinen Hund mehr

Seit einem Jahr, seit meine Liebste mit Arthrose zu kämpfen hat, kämpften wir auch um die Frage, ob wir unseren Hund behalten oder nicht. Jetzt ist diese Frage entschieden. Obwohl sich der Zustand meiner Liebsten erheblich gebessert hat in den letzten Monaten, reicht es nicht für den Hund. Das mussten wir am Montag feststellen. Einem so kleinen Quirl wie Boa konnten wir nicht genug Führarbeit und Auslauf zusammen ermöglichen, nicht bei jedem Wetter und in jeder Situation. Wir danken der schweizerischen Führhundschule in Allschwil für ihre Unterstützung. Für uns ist es nicht einfach, aber der Hund lebte ja schon seit Anfang Mai nicht mehr bei uns. Wir werden Boa nicht vergessen, es war eine schöne Zeit.

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Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren, müssen…

2012, so sagte es vor einem Jahr einer der Aktivisten der Bewegung „Echte Demokratie jetzt“, sollte das Jahr der Freidenker werden. Am Ende dieses Jahres können wir froh sein, wenn wenigstens die Freibeuter es überleben.

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Es ist entschieden: Wir haben keinen Hund mehr

Seit einem Jahr, seit meine Liebste mit Arthrose zu kämpfen hat, kämpften wir auch um die Frage, ob wir unseren Hund behalten oder nicht. Jetzt ist diese Frage entschieden. Obwohl sich der Zustand meiner Liebsten erheblich gebessert hat in den letzten Monaten, reicht es nicht für den Hund. Das mussten wir am Montag feststellen. Einem so kleinen Quirl wie Boa konnten wir nicht genug Führarbeit und Auslauf zusammen ermöglichen, nicht bei jedem Wetter und in jeder Situation. Wir danken der schweizerischen Führhundschule in Allschwil für ihre Unterstützung. Für uns ist es nicht einfach, aber der Hund lebte ja schon seit Anfang Mai nicht mehr bei uns. Wir werden Boa nicht vergessen, es war eine schöne Zeit.

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Die Woche der Entscheidung

Draußen ist es bitterkalt, aber trotzdem muss geübt werden, vor allem von meiner Liebsten. Diese Woche ist endgültig die Woche der Entscheidung, ob unser Fellbündel zurückkehrt, oder nicht.

 

5 Monate ist es jetzt her, dass meine Liebste am Knie operiert wurde. Wegen Arthrose musste sie eine Arthroskopie bekommen, für ein neues Kniegelenk ist sie zu jung. 6 bis 8 Wochen, so sagte man, würde es dauern, bis sie wieder gut laufen könne. Wir waren froh, dass die Familie, die unsere Führhündin vor ihrer Ausbildung betreut hatte, sie auch noch mal wieder aufnehmen konnte für diese Übergangszeit. Und dann stellten wir schnell fest, dass nach 6 bis 8 Wochen nicht alles gut war. Mit dem Laufen lief fast nichts, wir mussten uns an den Gedanken gewöhnen, dass wir künftig ohne Hund würden leben müssen. Die Führhundschule gewährte uns noch einige Wochen Aufschub für diese Entscheidung, und jetzt ist es so weit. Interessanterweise hat sich der Zustand meiner Liebsten in den letzten Wochen verbessert, und zwar erheblich. Aber ob es für den Hund reicht, ist immer noch nicht raus, obwohl wir es am Wochenende entscheiden müssen. Wir leben nun einmal in bergigem Gebiet, und Berge sind für Arthrosepatienten Gift. Letzte Woche haben wir frohen Mutes eine kleine Wanderung gemacht, die ein recht starkes Gefälle enthielt, einen Spazierweg, den wir normalerweise häufig frequentieren würden. Aber das war so schlimm, dass meine Liebste am nächsten Tag daheim bleiben musste. Am Wochenende dann gingen wir bergauf, und das ging erheblich besser. Problematisch ist noch, dass der Winter vor der Tür steht, diese Gegend zu einigem Glatteis neigt und jeden Tag so ein Weg noch ganz schön anstrengend sein dürfte.

 

Trotzdem ist der Wunsch natürlich groß, dass wir es schaffen. Wir üben jetzt jeden Tag, und vielleicht reicht es ja, denn ich nehme nicht an, dass der Hund nächste Woche schon zurück kommt. Weil sie ja über ein halbes Jahr aus dem Training ist, wird vermutlich eine Nachschulung notwendig sein. Vielleicht bleiben uns dann ein paar weitere Wochen, nachdem die Entscheidung gefallen ist.

 

Drückt uns mal die Daumen!

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Im nahen Osten nichts Neues

Plötzlich tun alle so, als sei mit dem Gazakonflikt der letzten Tage ein neues Hochplateau der Eskalation im nahöstlichen Dauerkrieg erreicht, als strebe die Entwicklung einem dramatischen Höhepunkt entgegen. Das mag für die Medien spannend sein und hohe Gewinnquoten versprechen, es ist aber ebenso falsch wie moralisch verwerflich, eine solche Behauptung aufzustellen.

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Die Grünen nach der Urwahl – Was vom Anfang übrig blieb

Der folgende Kommentar wurde von mir für den Ohrfunk bereits am 13. November 2012 verfasst.

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Nach der langen Nacht

Ich bin wieder wach.

 

Um den Präsidentschaftskampf in den USA zu verfolgen, habe ich die letzte Nacht durchgemacht und heute Nachmittag 4 Stunden seelig geschlafen. Das Ergebnis dieses 6-Milliarden-Spektakels ist, dass jetzt alles so aussieht wie zuvor. Aber so istt es nun einmal in einer Demokratie.

 

Heute haben wir den Geburtstag eines unserer besten Freunde mit einem Frühstück begangen, aber wegen der durchwachten Nacht war ich nur mit anderthalb Ohren, einem flauen Magen und einem Kribbeln um die Augen daran beteiligt.

 

Ich frage mich, warum ich am Ende doch angesteckt war von der Spannung dieses Kopf-an-Kopf-Rennens in den USA. Zwei Kommentatoren meiner Wahlnacht im Hauptblog schrieben lapidar, dass es doch völlig egal sei, wer Präsident sei, die wahre Macht übten ja ohnehin die Bilderberger aus, auch wenn sie sie nicht beim Namen nannten. Mit der Sicherheit der Leute, die immer recht haben, die Wahrheit mit Löffeln gefressen haben, und mit der Arroganz derer, die den Rest der Welt für dämlich halten, taten sie die Präsidentenwahl mit einem Achselzucken ab. Manchmal regt mich das wirklich auf. Glauben die denn, ich sehe nicht auch, dass viele demokratische Prozeduren eine Farce sind? Wenn wir uns aber völlig von ihnen abwenden, wenn wir nicht wenigstens versuchen, irgendwas davon in uns aufrechtzuerhalten, dann geben wir doch jedes Instrument aus der Hand, irgendwann einmal wieder mehr mitbestimmen zu können. Wenn wir die Demokratie von uns aus links liegen lassen, im wahrsten Sinne des Wortes zum Teil, indem wir rechte Parteien wählen, dann können die Regierenden, ob nun Bilderberger, Wirtschaft oder Politik, irgendwann mit Fug und Recht behaupten, dass sich die Demokratie überlebt hat.

 

Doch was mache ich gegen solche Typen? Es ist eine Meinung, die ich auf dem Blog akzeptieren will, weil ich Meinungen achte, auch wenn ich sie nicht teile.

 

Vielleicht sollte ich nicht darüber nachdenken, während ich so müde bin, obwohl es inzwischen wieder geht. Ich frage mich ja auch, warum ich, abgesehen vom Ohrfunk, die ganze Nacht am Rechner geblieben bin. Vielleicht, weil ich tatsächlich in Obama das kleinere Übel sehe und froh bin, dass er wiedergewählt wurde.

 

Heute Abend werden wir gemütlich essen und in einem hervorragenden Buch lesen, über das ich demnächst auch mal was schreiben werde: Der Sturz der Titanen von Ken Follett. Und vermutlich werde ich nicht so spät schlafen.

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Wahlnacht

Heute ist in den USA Wahlnacht. Für den Ohrfunk werde ich die Nachrichten verfolgen. Ich werde allein sein, und das macht es nicht leichter.

 

Viele Sagen, dass sie sich nicht für Politik interessieren, oder dass sie besseres zu tun hätten, als nachts die Wahl zu verfolgen. Schlafen zum Beispiel, allein oder gemeinsam oder gar miteinander. Aber ich sehe das anders. Es ist eine Schicksalswahl, wie vor 4 Jahren auch. Romney, sagen manche, hat seine Seele an die Radikalen und Extremisten verkauft. Er trumpft mit militärisch-martialischem Gehabe auf. Ich gebe es zu: Ich habe Angst. Ich glaube nicht, dass sich für uns nichts ändert, wenn er an die Macht kommt. Ich glaube, dass er sehr wohl alles noch schlimmer machen kann. Amerika wieder zur Großmacht führen, bedingungslos Israel unterstützen und so. Davor habe ich Angst, weil es die Kriegsgefahr erhöht, und wenn es mich auch persönlich zunächst nicht betrifft, wird es uns doch wirtschaftlich allen wieder schaden, und in Deutschland werden es die Leute der Unterschicht sein, zu denen ich auch zähle, die darunter leiden.

 

Natürlich ist es viel komplizierter, aber so oberflächlich ist manchmal Angst, die dann vom Verstand im Zaum gehalten werden muss.

 

Ich werde die Wahlnacht verfolgen, und weil ich nicht beten kann, weil ich kein religiöser Mensch bin, werde ich hoffen. Obama ist das kleinere Übel.

 

In meinem Hauptblog http://wahrenhaus.jens-bertrams.de gibt es einen Artikel zur Wahlnacht.

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