Die US-Wahlnacht 2012aus meiner Sicht: Obama oder Romney

In dieser Nacht fällt die wichtige Entscheidung, wer das amerikanische Volk und damit einen beträchtlichen Teil der Welt durch die folgenden 4 Jahre führt. Ich verfolge diese spannende Nacht via Radio, Fernsehen und Twitter, und ich schreibe in diesem Beitrag meine persönlichen Eindrücke auf. Der Beitrag wird in den folgenden Stunden immer wieder ergänzt.

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Vor der Präsidentschaftswahl: Warum kann man Romney wählen?

Der folgende Beitrag war mein heutiger Kommentar für den Ohrfunk. Er ist etwas persönlich und meinungsmäßig eingefärbt ausgefallen.

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Radioparty

Eigentlich bin ich ja nicht so ein Partylöwe, und wenn es darum geht, die Termine für unsere samstag-Abend-Radioparty beim Ohrfunk zu verteilen, dann dränge ich mich nicht gerade vor. Ich sehe mich immer als politischen Radiomann. Aber meistens passiert irgendwas, was mir die Freude an der Sendung doch noch ins Haus bringt. Heute Abend beispielsweise werden drei Freundinnen und Bekannte noch bei uns sein, und ich hoffe, dass ihnen meine Musikauswahl gefällt. Denn von den Hörerinnen und Hörern des Senders kriege ich in der Regel keine Rückmeldung, oder zumindest nur ganz selten.

 

Das schöne an so einer Musiksendung mit kleinen Plaudereien ist, dass sie nicht so ungeheuer viel Vorbereitung erfordert und mal keine ernsten Themen behandelt. Zumindest meistens. Es ist eine Party, eine Sendung, um Kontakt mit den Hörerinnen und Hörern zu pflegen. Am Anfang ging das richtig gut, aber als der Reiz des Neuen verflogen war, wurde das Interesse auch geringer.

 

Dumm ist nur, wenn am Partyabend Pannen passieren wie heute. Erst stürzt mein Sendeprogramm ab, dann mein ganzer Rechner, und schließlich will mein Virenprogramm unbedingt eine Neuregistrierung. Gut, dass ich meine Playliste schon vorbereitet hatte. So starte ich in 45 Minuten in eine Party mit viel Musik der achtziger, neunziger und auch etwas siebziger Jahre. Wenn ihr Lust habt, schaut doch mal rein auf www.ohrfunk.de

 

Ich bin jedenfalls gut gelaunt und gut gerüstet. Und hoffentlich gibt es während der Sendung keine Pannen.

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Noch einmal Vergewaltigungskultur: Das Urteil von Essen

Vor ein paar Monaten habe ich über die Vergewaltigungskultur geschrieben, in der wir leben. Eine Kultur, die den meist weiblichen Opfern sexueller Gewalt die Verantwortung für ihr Schicksal und die Prävention praktisch allein aufbürdet, und die es nicht schafft, männliche sexualisierte Gewalt zu unterbinden, weil sie im besten Falle als unvermeidlich, im schlimmsten Falle als Ausdruck zupackenden Begehrens angesehen wird. Diese Geringschätzung der Opfer sexueller Gewalt geht, wie ich neulich feststellen musste, bis weit in den Bereich der Gesetze hinein, bis ins Strafrecht, ja bis zur Definition und Auslegung des Straftatbestandes der Vergewaltigung selbst.

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Es kamen keine Zwerge

Gestern war Halloween. Also haben meine Liebste und ich Süßigkeiten für die Kinder gekauft. Wir mögen Halloween nicht besonders, schon gar nicht als Ersatz für das früher am 10. und 11. November stattfindende Fest St. Martin. Damals wurde ein Akt der Barmherzigkeit gefeiert, heute, so empfinde ich es, die Gewalt, die Drohung, zumindest aber die Verrohung. Das mögen wir nicht. Aber die kleinen Menschenkinder, die einem gerade bis zu den Knien reichen und sich auf Süßes freuen und Saures androhen, die in Begleitung ihrer Mütter durch das Haus ziehen, die können einfach nichts dafür. Also kriegen sie, die kleinen, bedrohlichen und maskierten Zwerge, ihre Süßigkeiten und lassen uns in Ruhe.

 

Aber gestern kam kein einziger Zwerg. Meine Liebste war extra noch in die Stadt gefahren, um Süßigkeiten zu holen, denn in den letzten Jahren kamen sie scharenweise. Warum gestern nicht? War es einfach zu kalt? Eher nicht, denn es war recht mild. Wir saßen da und warteten, aber es geschah nichts. Jetzt müssen wir die ganzen Süßigkeiten selber essen, das würde uns gar nicht gut tun.

 

Oder sollten wir hoffnungsvoll auf St. Martin warten? Ziehen die Kleinen dann vielleicht wieder mit ihrer Laterne durch die Straßen, besingen den Edelmann, der in einer kalten Herbstnacht mit einem Bettler den Mantel teilte und keinen Dank dafür annehmen wollte? Werden diese kleinen Kinder in unserer heutigen Zeit wieder an Barmherzigkeit erinnert? Wäre dem so, dann würde es sich lohnen, die Süßigkeiten so lange aufzuheben.

 

Aber vielleicht kommen sie einfach gar nicht mehr?

 

Bekannte von uns gehen in ihrer Ablehnung von Halloween viel weiter als wir. Sie schließen sich ein, stellen die Klingel ab oder machen einfach nicht auf, wenn die Kinder durchs Haus juchzen. Das brächten wir nicht übers Herz. Aber für nächstes Jahr haben wir uns etwas einfallen lassen. Wir werden an Halloween ein Schild an die Tür hängen: „Bei uns kriegen nur Kuschelmonster süßes.“

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Gedanken über Recht und Gerechtigkeit

„Und nun, hohes Gericht, fällen Sie ein gerechtes Urteil“, heißt es oft in dramatischen Filmen am Ende dramatischer Plädoyers in amerikanischen Gerichtssälen. Das hat mich immer begeistert und fasziniert. Als ich noch ein Jugendlicher war, wollte ich unbedingt Richter werden. Ich stellte mir einen Robin Hood mit Robe vor, nur gelassener, ausgeglichener, weiser. Vor ein paar Tagen erhielt ich Gelegenheit, noch einmal gründlich darüber nachzudenken.

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Das Hin und Her mit dem Hund

Im Juli 2011 kam unsere Führhündin Boa in die Familie. Sie führte nicht mich, sondern meine Liebste, ein kleines, braunes, fröhliches und sehr schlaues Fellwunder. Sie lebte sich schnell ein und als wir im August in den Niederlanden waren, lernten wir mit ihr einige neue Freunde kennen, die ebenfalls Hunde haben. Hunde verbinden. Ein liebes Wesen, das nur einmal gierig ohne Erlaubnis in eine kleine Tasche mit Hundeleckerchen griff und in ihrer Gier eine winzige Armbanduhr verschluckte. Als sie 40 Stunden später wieder zum Vorschein kam, der Hund war die ganze Zeit über quietschlebendig gewesen, haben wir uns sehr gewundert.

 

Wenige Wochen nach unserem Urlaub, ab dem 12. Oktober 2011, hatte meine Liebste schwer mit Arthrose zu kämpfen. Das ist leider immer noch so. Lange haben wir es versucht, aber spätestens Ende April 2012 konnte meine Liebste nicht mehr gut genug laufen für einen Führhund. Wir haben Boa, zunächst vorübergehend, an die schweizerische Führhundschule zurückgeben müssen, aus der sie einst kam. Das hat uns sehr leid getan, ging aber nicht anders. Unsere Hoffnung war, dass meine Liebste durch eine Arthroskopie wieder besser laufen könnte. Die Führhundschule versicherte uns, dass Boa zurückkommen könne, wenn es meiner Liebsten besser gehe.

 

Im Juni wurde sie operiert, und seither hoffen wir auf Besserung. Doch die Heilung verläuft langsam, und viel hat man bei der Operation auch nicht verbessern können, es ist einfach fast kein Knorpel mehr da. Erst hofften wir, Boa könne schon im August zurückkehren, aber schnell mussten wir einsehen, dass das unmöglich war. Wir fuhren mit dem festen Willen in die Niederlande in den Urlaub, dass es danach, Mitte September, endlich wieder so weit sein würde. Aber leider stellte sich keine wesentliche Verbesserung ein. Immer wieder waren wir nahe daran, den Hund aufzugeben, aber ein klein wenig Hoffnung verblieb.

 

Jetzt bekommt meine Liebste Spritzen mit künstlicher Gelenkschmiere, und danach müssen wir uns entscheiden. Und jetzt endlich stellt sich eine Besserung ein. Es würde noch nicht für den Hund reichen, aber die Verbesserung ist spürbar. Der Hund braucht eine Stunde Auslauf am Tag neben der Führarbeit. Aber wir Wohnen im bergigen Mittelhessen, und Berge sind für eine junge Frau mittleren Alters, die Arthrose hat, nicht besonders für Hundespaziergänge geeignet. Die Führhundschule will aber nun nicht mehr länger warten, was verständlich ist. Ende November soll die Entscheidung fallen. Es gilt abzuwägen:

 

So gern wir unsere fröhliche Boa wieder hier hätten, die sich so schnell an uns gewöhnte, mit uns fröhlich spielte und ganz allgemein viel Freude in die Familie brachte, so sehr müssen wir bedenken, dass meine Liebste dann wieder oft mit ihr laufen muss, und sie muss sich entscheiden, ob sie sich das zutraut. Heute wurde mit der Schule das Datum für die Entscheidung vereinbart, der 25. November, und heute war auch für meine Liebste wieder eine spürbare Verbesserung beim Laufen zu merken. Hoffentlich gewinnt ihre langsam wiederkehrende Gesundheit den Wettlauf mit der Zeit, dann kommt unsere Boa zurück, an die wir uns in 10 Monaten sehr gewöhnt haben. Aber wenn es nicht klappt, dann waren es trotzdem schöne 10 Monate, die wir nicht vergessen werden.

 

Drückt uns mal die Daumen!

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Mittwochsfrühstück

Seit 8 Jahren treffe ich mich mit 2 Freunden, Kollegen und Mitstreitern und manchmal auch im Beisein meiner Liebsten zum Mittwochsfrühstück. Es gehört zu den festen Terminen in meiner Woche. Je nach Runde kann man einfach ein bisschen über die eigenen Befindlichkeiten und die Erlebnisse der letzten Woche plaudern, oder aber man versinkt für zwei Stunden in Politik und Bürgerrechtsfragen. Ein klein wenig Organisatorisches gehört auch dazu.

 

Ich genieße dieses Frühstück. Es hat nichts mit dem Radio zu tun, aber es hält meinen Geist wach, man kommt mal auf andere Gedanken. Bei Brötchen und Kaffee ist schon so manche neoliberale Schandtat angeprangert worden, aber auch der kölner Karneval war schon mit dabei. Es ist im besten Sinne zwanglos aber nie niveaulos. Eine schöne Abwechslung in einer Welt, in der ich oft mit meinem Interesse für Politik und Verfassungsfragen auf Unverständnis stoße.

 

Bedauerlich manchmal, dass einer von uns, wenn wir beiden Anderen erst einmal angefangen haben, eher stumm dabei sitzt, hin und wieder einen Kaffee macht, sonst aber schweigt. Trotzdem ist es ein schöner und entspannter Morgen, den ich nicht missen möchte.

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„Er ist wieder da!“

Gerade habe ich ein Buch gelesen. Es ist von Timur Vermes und heißt: „Er ist wieder da“. Es geht, und bitte lest trotzdem weiter, um Adolf Hitler.

 

Adolf Hitler wacht im August 2011 plötzlich auf einem leeren Grundstück in Berlin auf. Erst glaubt er, er erlebe nur eine kurzfristige Feuerpause mit, dann erkennt er anhand von Zeitungen, dass er 66 Jahre verloren hat. Stur und fanatisch wie er ist, macht er sich sofort daran, ganz von vorne anzufangen, um Deutschland wieder zum Führerstaat zu machen und selbst an die Macht zu gelangen. Und zwar schafft er es ins Fernsehen, weil alle ihn für einen außerordentlich guten Comedian halten. Und als Comedian darf man Dinge sagen, die politisch verboten sind und als Volksverhetzung gelten. Die Medienwelt schießt sich positiv auf Hitler ein, und unsere Nation erliegt dem bestechend echten Comedian.

 

Das ist jetzt bitte keine offizielle Zusammenfassung, nur eine ungefähre Inhaltsbeschreibung, damit ihr wisst, wovon ich rede.

 

Mit beeindruckender Detailgenauigkeit hat sich der Kabarettist Vermes in die Schreib- und Sprechweise Hitlers eingearbeitet und in seinem aus der Ich-Perspektive erzählten Buch exzellent eingesetzt. Während man am Anfang noch lacht über die Erklärungen, die sich Hitler über die Zustände der heutigen Welt zurechtlegt, bleibt einem das Lachen mehr und mehr im Halse stecken. Ich habe mich immer gefragt, wie ein polternder Redner mit sich überschlagender Stimme und Hetzparolen so viele Menschen begeistern konnte. In diesem Buch lerne ich es, denn es ist so einfach. Es geht nur, wenn der Protagonist tatsächlich an seine Mission glaubt, wenn er tatsächlich glaubt, das Beste für sein Volk zu wollen, und wenn er dessen Nöte klar erkennt, benennt und Lösungen aufzeigt. Radikale Lösungen vielleicht, aber Lösungen, die gut tun, weil sie durchgreifend sind. Im Buch kommt noch die Ebene hinzu, dass man den scheinbaren Comedian nicht ernst nimmt, ja dass er sogar in die Rolle eines Verteidigers von Pluralismus und eines Gegners rechter Gewalt schlüpfen kann, ohne mehr dafür zu tun, als sich von rechten Schlägern zusammenschlagen zu lassen, weil er die NPD für einen verweichlichten Haufen hält und das öffentlich sagt. Weil seine Geradlinige NSDAP-Propaganda heutzutage ja nur Kunst sein kann, wird sie teilweise als das Gegenteil dessen interpretiert, was Hitler sagt, und er gewinnt immer mehr Anhänger.

 

Ich kenne das aus Holland: Da gibt es Leute, die wählen den Rechtspopulisten Geert Wilders, weil der gegen Europa ist. Sie haben vielleicht vor 10 Jahren Pim Fortuyn gewählt, oder doch seine Partei, weil er Probleme ansprach, über die niemand anders redete, wenn er dies auch in provokant direkter und radikaler Weise tat. Darüber hörte aber so mancher hinweg. Ich kann noch gar nicht alles fassen, was dieses Buch für mich gezeigt hat, und ich werde es bestimmt ein zweites mal hören müssen. Sicher ist aber, dass ich nach dieser Lektüre die Anziehungskraft und die Wirkung der Propaganda der Nazis besser verstehe als früher, wo ich in der Schule lernte, dass die NSDAP Angst und Ressentiments in der Krise schürte, und dass Hitler ein Blender war.

 

Ich habe „Er ist wieder da“ als Hörbuch genossen, es wird in gekürzter Form von Christoph Maria Herbst gelesen. Und der ist ein hervorragender Leser. Er imitiert leicht Hitlers Stimme, vor allem aber eine Redeweise mit Pausen und Betonungen und Gefühlslagen, die wirklich fesselnd ist. Kann man mit Hitler lachen? Ja, man kann, auch wenn man nie vergisst, mit wem man da lacht. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

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Über Unabhängigkeitsbestrebungen in Europa

Im folgenden Beitrag habe ich auf Verlinkungen verzichtet. Die Erarbeitung hat mich ohnehin schon einiges an Arbeit gekostet. Ich bitte dies zu entschuldigen.

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