Der fünfzehntausendste Tweet

Ja, was ich hier schreibe, ist das Anhängsel zu meinem fünfzehntausendsten Tweet. Seit August 2009 bin ich bei Twitter und habe interessante Menschen kennengelernt und viele tolle Infos entdeckt. Gerade für mich als Blindem ist die Informationsquelle sehr wichtig. Aber das ist eben bei Twitter nicht alles. Man kann mal schnell in die Runde fragen, ob jemand eine bestimmte Antwort weiß, sich mit etwas auskennt. Man kann ein Netzwerk aufbauen.

 

Ich weiß nicht, ob man allein in sozialen Netzwerrken echte Freunde finden kann. Ich bin da normalerweise etwas vorsichtig. Ganz sicher aber kann man auf Twitter Menschen treffen, die man normalerweise nicht so einfach getroffen hätte, und man kann von ihnen lernen.

 

Mit meinen Tweets könnte ich ein kleines Büchlein füllen, dabei sind die Privatnachrichten, die Weiterleitungen und die Antworten auf andere Tweets schon nicht mit eingerechnet. Vielleicht wäre das ja Kunst und ich könnte sogar etwas daran verdienen? Das wäre doch mal eine gute Einnahmequelle.

 

Allen Twitterern also alles Gute. Vielen Dank für interessante Gespräche, viel Stoff zum Nachdenken, so manche Antwort, aufreibende Diskussionen, schöne Gedichte, lustige Wortspiele, rührende Erinnerungen, Insiderinfos, für das Schmieden von Plänen und das Nachbereiten von Aktionen und Ereignissen. Danke für Gleichheit, Normalität und gegenseitigen Respekt.

 

Ich wünsche denen, die es wollen, Kraft und Mut, einen wachen Geist, Freude an und einen guten Umgang mit vielen Informationen. Den Anderen wünsche ich gute Gespräche und ein soziales NetzWerk.

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Gestorben: Die Occupy-Bewegung

Eine Bemerkung vorab: Der folgende Beitrag ist eine persönliche Wahrnehmung und erhebt ausdrücklich nicht den Anspruch auf Wahrheit oder gar Wahrhaftigkeit.

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Türkentrank und Muselmann

Ich konnte nicht schlafen und dachte: „Warum? Du hast doch gar keinen Kaffee getrunken.“ Und da fiel mir dieses alte Kinderlied ein, das Noten, gesundes Leben und Patriotismus zugleich vermittelte und eine Alltagsdiskriminierung darstellt:

 

„C A F F E E

Trink nicht so viel Kaffee!

Nichts für Kinder ist der Türkentrank,

schwächt die Nerven, macht dich blass und krank.

Sei doch kein Muselmann,

der das nicht lassen kann.“

 

Ich war im Internat, und wir haben dieses Lied oft gesungen. Viele unserer Mitschülerinnen und Mitschüler waren Türkinnen und Türken. Damals hab ich mir keine Gedanken gemacht, aber es ist schon ganz schön diskriminierend. Der Türkentrank, der dich krank macht, von dem die „Muselmänner“ aber nicht lassen können. Und das Wort „Muselmann“, das von „Muselman“ und also von „Muslim“ kommt.

 

„Unsere Türken“, wie unsere Erzieher manchmal sagten, sagten natürlich nichts dazu. Ich nehme an, dass sie die Diskriminierung nicht bemerkten. Das tückische ist ja, dass wir sie auch nicht bemerkten. Ich meine: Wir sangen dieses Lied über den Türkentrank, der dich schwach und krank macht, während einige Türken mit uns am Tisch saßen, aber unser Verhältnis zu ihnen änderte das nicht. Warum auch: Wir verstanden ja kaum was vom Hintergrund des Textes. Was wussten wir von Kreuzzügen? Wir begriffen nur, dass sich Kaffee früher mit C schrieb, dass am Anfang die Noten C, A, F und E im Lied gesungen wurden, und dass man als Kind keinen Kaffee trinken soll, weil man dann das Flattern kriegt. Erst später begriff ich, dass man damit auch aussagte: Die Türken können vom Kaffee nicht lassen, also sind es Schwachköpfe mit Nervenflattern. Und der Kreuzzügler in uns sagte: „Drum besiegen wir sie auch. Die sind schon anders als wir, diese Türken.“

 

Und in der Schule mussten die Türken und Muslims dieses Lied mitsingen. Ich nehme an, unsere alten Erzieher haben sich darüber keine Gedanken gemacht.

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Der Sprung

Heute habe ich den Stratosphärensprung von Felix Baumgartner verfolgt, und er hat mich fasziniert. Stark, dem Funkverkehr zu lauschen und sogar zu hören, was der Typ in seiner Kapsel anstellte, bevor er sich aus 39 Kilometern Höhe buchstäblich ins Nichts fallen ließ. Wissenschaftlich hat dieses Event vielleicht gar nicht so viel gebracht, außer vielleicht, dass man besser Astronauten helfen kann, die bei Start oder Landung in Not geraten. Aber es war ein Ereignis, das Menschen aus aller Herren Länder zusammen vor den Fernseher brachte.

 

Und da ist Schluss mit der Begeisterung, denn es gibt diese Moralapostel, die einem so ein Ereignis verleiden. „Wegen dieses Sprungs müssen Kinder Hungern“, sagen sie. Und: „Jede Minute Sendezeit ist eine Minute zu viel!“ Meine liebste und ich haben auf Twitter solchen Ansichten widersprochen und wurden von einigen dieser, ich sag es nicht gern, „Gutmenschen“ dann prompt entfolgt. Das ist hirnrissig. Jedes Pop- und Rockkonzert, jede Gay Pride, jeder Film verschlingt Millionen, die auch nicht den hungernden Kindern in der dritten Welt zukommen.

 

Versteht mich nicht falsch: Ich bin arbeitslos und trotzdem spende ich, weil ich es für wichtig halte. Nicht so viel vielleicht wie Andere, aber ich tue es immer mal wieder. Ich versuche, mit meinem Blog auf Probleme aufmerksam zu machen, aber ich glaube eben auch, dass Pioniergeist, Wagemut und Wissensdurst positive Dinge sind, weil sie uns überhaupt erst ermöglichen, Probleme auf dieser Welt zu lösen. Ohne Fortschritt, der immer von komischen selbstgerechten Menschen, meist immer noch Männern, vorangetrieben wird, wäre vieles heute nicht möglich. Vom Computer über die Forschung an Medikamenten in der Schwerelosigkeit bis hin zur schnellen Kommunikation. So viel dazu.

 

Ich fand den Sprung gefährlich und faszinierend, und ich habe mit gebangt. Ich werd mich auch weiterhin für Curiosity Rover auf dem Mars interessieren. Und wenn ihr keine persönlichen Interessen und Träume für die Zukunft habt, dann tut ihr mir leid, verbergt eure Einfallslosigkeit dann nicht hinter der Ansicht, die Moral für euch gepachtet zu haben.

 

Gute Nacht

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Noch ein Anfang

Noch ein Anfang für ein kleines, privates Blog. Ich habe schon länger gemerkt, dass ich im Wa(h)renhaus gerne ausgefeilte Artikel schreibe, gut recherchiert und gut vorbereitet. Hierr, bei den Kleinigkeiten, schreibe ich drauflos. Ich werde auch weiterhin private Dinge im Wa(h)renhaus veröffentlichen, aber eben in Form hoffentlich gut geschriebener und entsprechend verlinkter Artikel. Wenn ich hier etwas schreibe, schreibe ich spontan. Drum gibt es hier keine Kategorien, und über Schlagwörter denke ich noch nach.

 

Viel Spaß beim Lesen!

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Aus meinen „Kleinigkeiten“: Der Sprung

„Heute habe ich den Stratosphärensprung von Felix Baumgartner verfolgt, und er hat mich fasziniert.“

Mit diesen Worten beginnt der erste ernsthafte Artikel meines neuen Privatblogs Kleinigkeiten, das ich vorläufig bei WordPress hoste. Es soll ein Blog sein, in dem ich einfach drauflos schreibe, ohne lange zu recherchieren. Im Wa(h)renhaus, das einen gewissen Anspruch hat und immer gut verlinkt sein will, ist das nicht mehr so einfach möglich. Gemerkt habe ich das, als ich mein Buch zusammenstellte. Man musste schon aufpassen, was mit hinein sollte.
Über Felix Baumgartner kann man sicher viel schreiben, aber ich wollte eben nicht warten und schrieb sofort. Schaut doch einfach mal auf meinem Privatblog vorbei.

via Der Sprung | Kleinigkeiten.

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Aus: „Die Zeit“: „An alle Erstsemester: Werdet Weltbürger statt Bologna-Sklaven!“

„Das Studium soll die „arbeitsmarktrelevanten Qualifikationen“ der europäischen Bürger fördern.“

So wollen es die Bildungsminister der europäischen Union. So wie die Demokratie marktkonform sein soll, so soll die Hochschule nur auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. „Die Zeit“ veröffentlichte dagegen einen Aufruf daran, dass das Studium eigentlich dazu da ist, Weltbürger auszubilden: Menschen, die sich für die Welt interessieren und sie wahrnehmen. Dem kann ich mich nur voll und ganz anschließen. Das Studium ist nicht für die Jagd nach Credit-Points gemacht, sondern zur Bildung, und zwar neben dem jeweiligen Fachgebiet der Bildung im allgemeinen und humanistischen Sinne.

via An alle Erstsemester: Werdet Weltbürger statt Bologna-Sklaven! | Studium | ZEIT ONLINE.

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Meine persönliche Dankesrede für den Friedensnobelpreis 2012

Dankesrede des EU-Bürgers Jens Bertrams anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises 2012 an die europäische Union.

Es gilt das gesprochene Wort! 🙂

Sperrfrist: 10. Dezember 2012, 18 Uhr. 🙂

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In Syrien könnte der nächste Krieg entstehen

Den folgenden Beitrag habe ich bereits am 08.10.2012 für den Ohrfunk geschrieben, er ist aber immer noch aktuell.

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Gedanken zur Zukunft der parlamentarischen Demokratie

Der folgende Beitrag über die Zukunft der parlamentarischen Demokratie wurde durch einen anderen guten Beitrag inspiriert und erhebt nicht den Anspruch, ein besonderes Werk persönlicher Genialität zu sein.

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