Über Sinn und Unsinn des Hotpantsverbots an Schulen

Seit einigen Tagen wird in Deutschland über ein Verbot der Hotpants und bauchfreier T-Shirts an einigen Schulen diskutiert. Begründung einer Schulleiterin in Horb im Schwarzwald: Die Schülerinnen seien zu aufreizend gekleidet und störten das Schulklima. Ich frage mich: Was bringt eine solche Maßnahme, und was sagt die Begründung eigentlich aus?

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Wo das Geld ist, ist auch die Macht

Das griechische Referendum ist vorbei, die untragbare Situation der griechischen Bevölkerung ist geblieben, genau wie die unnachgiebige Haltung der Austeritätsfanatiker. Was also hat das Referendum eigentlich gebracht?

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Drei wichtige Meldungen

Heute ist das griechische Referendum. Es wird, so sieht es jetzt aus, in die Geschichte eingehen, aber die Geschichte entscheidet bekanntlich später erst, was wirklich wichtig ist. Also wende ich mich drei Nachrichten von gestern zu, die ich für bedeutsam halte.

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Sie tut, was sie am besten kann: Sie schreibt!

Gestern Abend hat meine Liebste endlich ihr eigenes Blog gestartet. Sie nennt es Wespennestwärme, und von beidem soll etwas drin sein, vom auch mal aufmüpfig kratzend-stechenden Wespennest, und von der Wärme, die ein Nest eben zu bieten hat. Zwei Artikel hat sie schon veröffentlicht, und ich hoffe, sie bleibt dabei. Denn seit ich sie kenne, und das sind fast 30 Jahre, schreibt sie gern und gut.

Vor zwei Jahren habe ich ihr die Einrichtung und technische Betreuung ihres eigenen Blogs zum Geburtstag geschenkt, und sie hat sich drüber gefreut, aber wie das so ist: Im Alltag gibt es immer viel zu tun, das lernen technischer Vorgänge beansprucht immer eine Menge Zeit und Geduld, und immer, wenn man mit einem computer arbeitet, geht mit Sicherheit etwas schief. Kurz und gut: Die Eröffnung des Blogs verschob sich wieder und wieder. Aber dann war Bianca im Mai 2015 so unglaublich entsetzt über das massenhafte Schreddern frisch geschlüpfter männlicher Küken und die schnoddrige Art, in der Landwirtschaftsminister Schmidt mit dieser Massentötung umging, dass sie einen offenen Brief an den Minister schrieb und auf meinem Hauptblog veröffentlichte. Und da wurde ihr klar: Sie hat einiges zu sagen. 13 Themenbereiche hat sie in ihrem Eröffnungsposting genannt. Sie schrieb, sie sei:
„- eine Frau
– Sozialarbeiterin und masseurin
– dick
– interessiert an den politischen und allgemeinen gesellschaftlichen Vorgängen in meinem Land und – so weit ich sie überschauen kann – auch in der Welt
– Vegetarierin
– leidenschaftlich interessiert an Medizin
– blind
– ehemalige Mitarbeiterin eines Hospizes
– ALG-II-Empfängerin
– Anhängerin der Schmerzlust
– begeistertes Mitglied des asozialen Netzwerkes
Radiomoderatorin und -Redakteurin – eine unglaubliche Bücherfresserin.“
Auf diese Vielfalt freue ich mich.

Und ich weiß, ich kann von ihr was diese Vielfalt angeht noch einiges lernen. Ich merke selbst, dass sich bei mir die Themen verengen, dass ich im Tenor oft dasselbe schreibe. Bianca hingegen bringt hoffentlich frischen Wind in die Blogosphäre!

Viel Glück und Erfolg mit diesem neuen Blog!

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Aus meinem Privatblog: Sie tut, was sie am besten kann: Sie schreibt!

Gestern Abend hat meine Liebste endlich ihr eigenes Blog gestartet. Sie nennt es Wespennestwärme, und von beidem soll etwas drin sein, vom auch mal aufmüpfig kratzend-stechenden Wespennest, und von der Wärme, die ein Nest eben zu bieten hat. Zwei Artikel hat sie schon veröffentlicht, und ich hoffe, sie bleibt dabei. Denn seit ich sie kenne, und das sind fast 30 Jahre, schreibt sie gern und gut.

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Dauerbrennerthemen: Eine erstaunliche Beobachtung

Es heißt immer, wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Kein Thema kann so lange im Fokus der Aufmerksamkeit bleiben, dass man es richtig durchdenken und Veränderungen herbeiführen kann. Aber das stimmt gar nicht, fällt mir immer wieder auf.

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Mal was zum Wetter: Endlich mal wieder richtig Sommer

Auf Twitter beschweren sie sich, es wäre zu heiß. Sicher: In der letzten Nacht hab ich schlecht geschlafen, und über Tag weiß ich manchmal nicht, wohin mit mir. Aber das war auch schon mal früher so, und da nannte man das Hochsommer und motzte deswegen nicht die ganze Republik zusammen.

Gestern war es richtig heiß in Marburg. Aber so gegen viertel vor sechs musste ich aus dem Haus zum Niederländisch-Stammtisch und schließlich noch zum Stammtisch unserer Bezirksgruppe des Blinden- und Sehbehindertenbundes. Und als ich aus dem Haus trat überfiel mich der Sommer mit wohltuender Wärme. Klar wurde mir später heiß, aber erst mal wurde mir warm ums Herz. So mag ich Sommer, die Menschen sind gleich ganz anders drauf. Während ich auf Twitter und Facebook viele Beschwerden über das Wetter las, waren die Menschen, denen ich begegnete, fröhlich und freundlich. Das hat großen Spaß gemacht.

Man wird ja älter, auch ich leider, und ich vertrage heiße Tage nicht mehr so gut wie früher, aber spät abends, noch nach Mitternacht, saßen wir bei herrlichen Temperaturen auf unserem Balkon und tranken ein Gläschen Wein. Wie gern hätte ich in unserem alten Ferienhäuschen in den Niederlanden gesessen und dem Nachtgetier gelauscht, aber unser Balkon ist ein wenn auch nicht ganz vollwertiger, so doch ein würdiger Ersatz. Mit einem humorvollen Hörspiel der Serie „Professor van Dusen“ bewaffnet, ein Glas Wein auf dem Tisch, so konnten wir diese herrliche Sommernacht genießen, meine Liebste und ich.

Natürlich war es später nicht einfach, einzuschlafen, aber diese stille, intensiv duftende, schwere und doch leichte, fröhliche und sinnliche Sommernacht, dieses schöne Erlebnis, kann mir jedenfalls keiner mehr nehmen.

Ich wünsche euch viel Freude mit dem Wetter, dem Sommer und, wenn vorhanden, der freien Zeit, um ihn auch richtig zu genießen.

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Haltet ein! Wehret den Anfängen!

Alle Welt redet über Griechenland und die Krise in Europa, und das ist auch richtig und notwendig. Doch ich, ich rede über Freital.

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Offener Brief einer engagierten Bürgerin gegen das Küken-Schreddern

Ein kluger Mann hat einmal gesagt, den zivilisatorischen Fortschritt einer Nation könne man an ihrem Umgang mit den Tieren ablesen. Dann muss es um Deutschland schlecht bestellt sein. Im März 2015 musste die Bundesregierung eingestehen, dass jährlich rund 45 Millionen männliche Hühnerküken nach ihrer Geburt geschreddert und vergast werden, weil sie für die Landwirtschaft unbrauchbar sind. Zunächst zeigte sich
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt entsetzt und kündigte einen Aktionsplan an. Im Mai berichtete der Spiegel, der Minister sehe derzeit keinen Handlungsbedarf, in den nächsten anderthalb Jahren werde es voraussichtlich eine Möglichkeit geben, das Geschlecht der Küken schon im Ei zu erkennen. Nach Aussage der Grünen gibt es aber diese Möglichkeit bereits, sie sei den Landwirten lediglich zu teuer. Die zynische Antwort der Regierung auf eine kleine Anfrage der Grünen erboste meine Liebste, Bianca Bertrams, so sehr, dass sie einen Brief an den Landwirtschaftsminister schrieb. 4 Wochen lang wartete sie auf eine Antwort, doch ihre ernste Besorgnis, ihre Wut und ihr Engagement waren dem Vertreter der Regierung nicht einmal eine formalisierte Antwort wert. Darum veröffentliche ich den vollen Wortlaut dieses Briefes jetzt auf meinem Blog, da meine Liebste selbst derzeit noch nicht bloggt. Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen durch diesen Brief aufgerüttelt werden.

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Die Musikplatte ist abgekabelt

So langsam klingt der Tag aus. In den letzten zwei Wochen haben wir viel gearbeitet. 6 Hörspielsendungen, ein Schwerpunkt, jede Woche 1 Candlelight-Sendung, 2 Zeitzonen, jeweils 2 aktuelle Berichte, eine Klangfarbensendung, drei historische Beiträge, 2 Literaturecken, und nebenbei der Anfang einer Arbeit zum Relaunch der Ohrfunkseite. Meine Liebste musste auch für den Blindenbund arbeiten, deren Vorsitzende sie in Marburg ist. Jetzt aber ist alles wesentliche einigermaßen erledigt, und ich könnte mich einfach mal hinsetzen und ein wenig Musik hören, aber meine Festplatte mit der Musik ist abgekabelt. Und obwohl das bedeutet, dass ich jetzt keine Musik höre, freut mich das ungemein.

Morgen werde ich früh aufstehen müssen. Die Zeitzone werde ich heute abend noch produzieren, obwohl ich das sonst immer morgens um 6 mache. Aber morgen werde ich um diese Zeit schon damit beschäftigt sein, einen Kaffee zu trinken, den Müll rauszutragen, noch mal zu spülen oder abzutrocknen, zu schauen, ob alle Fenster geschlossen sind, die letzten Dinge einzupacken. Darunter ist dann auch die Musikplatte, die ich heute abgekabelt habe. Denn morgen werde ich für 4 Wochen die Stadt und das Land verlassen. Endlich ist es wieder so weit: Wir fahren in die Niederlande, wo ich seit 33 Jahren mein zweites Zuhause habe, wo ein Teil meines Herzens für immer zurückgeblieben ist. Das Wetter soll in den nächsten Tagen ja gar nicht gut sein, uns wird es nicht kümmern. Es werden auch schöne Tage kommen, und wir werden sie genießen. Es ist neben dem Jahresfest unseres Freundeskreises der absolute Höhepunkt des Jahres für mich. Es ist eine „sentimental journey home“, eine Heimkehr an einen Ort, wo der Alltagsstress meistens nicht existiert. Von welchem Ort, an dem man mal die Hälfte seines Lebens verbracht hat, kann man das schon sagen?

Mitten im Hochwald, nahe eines Wassersportnaherholungsgebietes, inmitten der vogelreichsten Region West- und Mitteleuropas, liegt unser Urlaubsort Heelderpeel. Das Wort „Urlaubsort“ kommt mir nur schwer über die Lippen, weil es sich für mich eben eigentlich nach Heimat anhört, auch wenn ich nur noch wenige Wochen im Jahr dort verbringe. Aber um diese Wochen zu ermöglichen bin ich bereit, auf viele Annehmlichkeiten zu verzichten, damit ich mir das auch finanziell leisten kann. Es ist die reinste Erholung und wohltuende Stille, die ich mir wünschen kann.

Bis ins Jahr 1999 haben wir eigentlich immer den ganzen Sommer dort verbracht. Noch heute fühle ich die Sonne auf meiner Haut, rieche den Duft des Waldes, der anders ist als der Duft des Feldes, den wir riechen, wenn wir nur ein paar hundert Meter ins Umland spazieren. Ich höre die Nachbarn noch Hämmern und Sägen, wenn an ihren kleinen Ferienhäuschen etwas ausgebessert werden muss. Das Radio bringt Popmusik, Nachrichten und Werbung, im See hinterm Haus planschen die Enten und Kinder, und sie jauchzen und lachen. Morgens begann damals der Tag mit fernem Hahnenschrei und dem Jubilieren unendlich vieler Vögel, und das werde ich ab übermorgen wieder erleben. Damals hatten wir dort selbst ein Haus, das meine Eltern gebaut hatten, aber wir mussten es 2006 abreißen lassen, nach 24 Jahren, weil es kaputt war und niemand mehr lebte, der es kostengünstig reparieren konnte. Doch wir können uns nicht trennen und fahren jedes Jahr hin, um dort Urlaub zu machen, wo wir früher jede, absolut jede freie Minute verbrachten. Das Schöne daran ist, dass wir auf der einen Seite nach hause kommen, die vertrauten Dinge wieder erleben, uns darüber freuen, dass auch in diesem Jahr an unserem gemieteten Häuschen, wir mieten immer dasselbe Häuschen, noch ein Spatzennest zu finden ist, dass wir aber andererseits den Urlaub als Urlaub genießen und völlig ohne Alltagssorgen die Zeit verbringen können. Wir können mit Nachbarn plaudern, die wir seit Jahren kennen, wir können ins Restaurant gehen, das neu eröffnet und sich damit verändert hat, wir können die Schönheit des Ortes bestaunen und als völlig
selbstverständlich zugleich erleben.

Morgens werden wir mit den Vögeln aufwachen, ihnen lauschen und uns wieder herumdrehen, wenn wir wollen. Dann werden wir in aller Ruhe frühstücken, und das kleine, dünnwandige Haus wird den Wind und den Regen abhalten, den Schall, die Rufe, das Vogelgezwitscher, den Klang des Oldtimers, der zweimal am Tag vorbei tuckert, aber durchlassen. Wir werden Musik, Bücher und Filme konsumieren, die wir übers Jahr haben liegen lassen, aber wir werden auch viel durch Wald und Feld spazieren, Menschen begegnen, die wir seit 30 Jahren kennen, die ganz normale Dinge erzählen, als wären wir nie weg gewesen.

Und wir werden abends am See sitzen, wo die Frösche ihr Konzert anstimmen, werden uns verzaubern lassen von ihrem alles füllenden gequake, werden bei einem Glas Wein die Herrschaft der Natur genießen.

Ein Computer? Ja, inzwischen reisen wir mit einem Laptop. Früher hatten wir weder Computer noch Telefon dort. Wenn wir anrufen wollten, standen wir manchmal eine halbe Stunde vor der Telefonzelle, bis sie frei war. Damals hat mich das genervt, heute empfinde ich eine wundervolle Nostalgie bei dieser Erinnerung. Also: Ja, wir haben einen Computer, und Freunde von uns lassen uns sogar über ihr WLan ins Internet. Aber das brauchen wir vor allem, um Radio zu hören, und ich werde in diesen Wochen über Mail nicht erreichbar sein. Und ja: Seit es die Telefonzelle nicht mehr gibt, haben wir für den Notfall auch ein Handy, doch es gibt höchstens vier Menschen, die unsere Nummer haben, und sie wissen, dass sie uns nur im Notfall anrufen sollen. Der Alltag ist verbannt.

Morgen gegen 8 Uhr kommt ein Freund von uns. Wir werden unser Gepäck in sein Auto laden, und dann wird es endlich so weit sein. Ich fühle schon, wie der Stress von mir abfällt, auch wenn ich gleich noch eine Sendung produzieren muss. Schon morgen abend könnten wir über den Campingplatz gehen, die kleinen Grillfeuer riechen, Menschen dabei zuhören, wie sie spielen, plaudern und lachen, durch Wald und Feld streifen und das Leben genießen. Und darauf freue ich mich schon jetzt.

Die Musikplatte ist abgekabelt. Wir haben eine riesige Menge an Lebensmitteln eingekauft, weil wir ja kein Auto haben und der nächste Supermarkt rund 6 Kilometer entfernt ist. Alles Andere ist bereits verpackt. Für 4 Wochen wird das marburger Ohrfunkstudio schweigen, aber den Hörern wird es nur begrenzt auffallen, einiges haben wir ja für unsere Urlaubszeit vorproduziert. Alles ist getan, der Urlaub kann beginnen.

Ich wünsche Ihnen und euch eine tolle Zeit, bis wir uns wieder lesen!



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