Aus meinem Privatblog: Mein Wahltag 2013

„Sonntag, 22. September 2013, 08:21 Uhr: Ich bin noch müde, aber geistig bin ich hell wach. Es ist Wahltag, und wie bei den letzten beiden Bundestagswahlen auch begleite ich diesen Tag auf meinem Blog. Noch weiß ich nicht, wie das Wetter ist, noch habe ich kein Radio eingeschaltet, noch habe ich auf Twitter keinen Filter eingerichtet, mit dem ich den Hash-Tag #btw13 verfolgen werde. Noch bin ich nicht der Radiojournalist, sondern der einfache Mensch, der sich für Politik interessiert, und für den heute trotz allem ein besonderer Tag ist.“

via Mein Wahltag 2013.

So beginnt mein Blogbeitrag zum Wahltag auf meinem Privatblog. Gehen Sie wählen, und wenn Sie wissen wollen, warum ich wähle, welche Debatten ich so führe, wie ich die Wahlsendung beim Ohrfunk vorbereite und durchführe, dann lesen Sie einfach weiter. Der Beitrag auf meinem Privatblog wird immer wieder aktualisiert.

Gehen Sie wählen!!

Veröffentlicht unter aufgesammelt, Bloggen, erlebte Geschichte, Geschichten aus dem Radio, Leben, Politik, Wahltag | Verschlagwortet mit , , , , | Schreibe einen Kommentar

Franz-Josef Hanke: Da stimmt was nicht: Leih- oder Zweitstimmen sind Raubstimmen

Allein die Zweitstimme entscheidet über den Anteil einer partei an der Zahl der abgegebenen Stimmen. Sie ist also nicht zweitrangig, sondern Grundlage der Berechnung von prozentualen Anteilen der parteien am Gesamtergebnis.

Die Erststimme hingegen entscheidet nur über den Direktkandidaten im jeweiligen Wahlkreis. Zieht der Vertreter einer Partei direkt über den Wahlkreis ins Parlament ein, so rücken dementsprechend weniger Kandidaten über die Landesliste nach. Erringt eine Partei mehr Direktmandate, als ihr nach dem Wahlergebnis prozentual zustehen, werden diese Überhangmandate durch eine entsprechende Anzahl von zusätzlichen Sitzen der anderen Parteien ausgeglichen.

via Da stimmt was nicht: Leih- oder Zweitstimmen sind Raubstimmen.

Dieser Grundkurs Wahlen und Wahlrecht ist klein und tut sehr gut nach den Aufrufen und Werbeartikeln der letzten Tage. Wenn man schon wählen geht, was hoffentlich alle Leserinnen und Leser dieses Blogs tun, dann sollte man wissen, wie man wählt. Franz-Josef Hanke erklärt in einfachen Worten die Zusammenhänge. Vielen Dank!

Veröffentlicht unter aufgesammelt, Politik, Wahltag | Verschlagwortet mit , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Vielen Dank Herr Steinbrück: In der SPD komme ich dreimal nicht vor!

Heute war Peer Steinbrück in Marburg. Darum haben meine Freunde und ich es uns nicht nehmen lassen, seine Rede anzuhören. Es war ein interessanter Besuch, aber ich weiß jetzt, warum ich die SPD nicht wählen kann. Bei Herrn Steinbrück komme ich dreimal nicht vor.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter erlebte Geschichte, Politik, Wahltag | Verschlagwortet mit , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Hektische Tage nach schöner Zeit

Die Bundestagswahl steht an. Früher war das für mich ein Grund, tagelang kaum zu schlafen, alles aufzusaugen, was es zu dem spannenden Thema gab. Ich erinnere mich noch daran, wie ich 1998 so sehr auf einen Wechsel hoffte, und wie diese Hoffnung dann nachher so bitter enttäuscht wurde.

Diesmal hab ich mich vom Wahlkampf fern gehalten. Stattdessen waren wir mal wieder in den Niederlanden und haben dort 3 Wochen Urlaub gemacht. Während es bei unserem letzten Besuch ständig regnete, hatten wir dieses mal herrlichsten Sonnenschein. Wir haben dort auch unseren fünften Hochzeitstag gefeiert.

Aber jetzt kommt schon ein wenig stress auf: Mein Chef kam mit der Idee, beim Ohrfunk eine Wahlsendung zu veranstalten, am Wahlabend selbst. Ich hab das mal mit einer Hessenwahl gemacht, damals in den Zeiten des Aufbruchs. Aber es hat nicht gut funktioniert, einer alleine kann das nicht machen. Jetzt werden mein Chef und ich es zusammen machen, und wir sammeln kräftig Ideen und Beiträge für die Zeit, in der wir nicht live vom Deutschlandradio übernehmen. Ein Interview mit dem Behindertenbeauftragten der Bundesregierung ist schon im Kasten, live wird mein Freund Franz-Josef Hanke in die Sendung kommen. Vielleicht geht es auch um die Barrierefreiheit der Wahl, vielleicht haben wir ein wenig Kabarett, und natürlich wird die Wahl von uns analysiert.

Und neben all dem mache ich ja auch noch die normale Arbeit, zum Beispiel die Zeitzone. Und gestern hat mein Rechner gesponnen: Bei einem Avast-Update installierte er aus Versehen Google Chrome, und als ich es deinstallierte, konnte ich FTP nicht mehr über den Windows-Explorer nutzen, weil Registry-Einträge verändert worden waren. Da half am Ende nur eine Systemwiederherstellung, als ich einmal wusste, wo das Problem lag. Damit habe ich einige Stunden verbracht, zumal mein Rechner, mit dem ich auch sende, schon 11 Jahre alt ist. Eine echte Umrüstung würde halt lange dauern und Geld kosten, und ich kann nicht so lange beim Radio ausfallen.

Heute Nachmittag kommt Peer Steinbrück nach Marburg. Es ist der einzige Wahlkampftermin, den ich wahrnehmen werde. Ich glaube nicht, dass er meine Entscheidung noch beeinflussen wird, aber ich will ihn mir wenigstens mal ansehen.

So, und jetzt, nach diesem ungeordneten Eintrag, zurück an die Arbeit!

Veröffentlicht unter Leben | Verschlagwortet mit , , , | Schreibe einen Kommentar

Mein Wahlaufruf: Wer schweigt, stimmt zu!

Am Sonntag sind wieder einmal Bundestagswahlen. Eine Freundin sagte mir, sie wisse gar nicht, wen sie wählen solle. Eine Verwandte erklärte, sie werde die AFD wählen, weil diese sich von der CDU abgespalten habe und man der Kanzlerin damit schaden könne. Ein anderer Freund nutzte den Wahl-o-maten als Entscheidungshilfe und war vollkommen schockiert, als er die meisten Übereinstimmungen mit der NPD hatte. Auf Twitter behaupten unglaublich viele Menschen, die Wahl sei ohnehin nur eine Farce, und wer wählen gehe, unterwerfe sich auch noch dem Spiel von Politik und Wirtschaft, mit dem sie uns zum Affen machen wollten. Und viele Resignierte schließlich meinen, dass die Wahl ohnehin nichts ändere und nur eine Zeitverschwendung sei. Für mich aber gilt immer noch der alte Satz: „Wer schweigt, stimmt zu.“

Weiterlesen

Veröffentlicht unter erlebte Geschichte, Politik, positive Impulse, Wahltag | Verschlagwortet mit , , , , , , | 4 Kommentare

Sippenhaftung in Großbritannien: Der nächste Schritt zur Unterdrückung

Großbritannien hat im Zuge des amerikanischen Rachefeldzuges gegen die Enthüllungen wegen ihrer bürgerrechtswidrigen Ausspähungen offenbar zum Mittel der Sippenhaftung und zur widerrechtlichen Beschlagnahme privater Daten gegriffen. Am Sonntag, 18. August 2013, wurde der Lebenspartner des Journalisten, der die Aussagen von Edward Snowden im Guardian veröffentlicht hatte, aufgrund eines Anti-Terror-Gesetzes festgenommen. Was die Schikane betrifft, beginnt Großbritannien mich an faschistische Staaten der dreißiger und vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts zu erinnern.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter erlebte Geschichte, Politik | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

18 Stunden makabre Faszination – Meine Erinnerungen an Gladbeck

Vor 25 Jahren ereignete sich die „Gladbecker Geiselnahme“, die in den meisten Medien immer noch „Das Geiseldrama von Gladbeck“ genannt wird. Mit teilweise heuchlerischer Selbstkritik erinnern die Medien an eine ihrer größten Stories der Nachkriegsgeschichte, und an ein ungeheuerliches Versagen von Journalisten und Polizei. Auch ich erinnere mich an die 18 Stunden, in denen ich das makabre Geschehen mit unwiderstehlicher Faszination verfolgte.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter erlebte Geschichte, Leben | Verschlagwortet mit , , , , , | Ein Kommentar

Dreistigkeit kennt keine Grenzen – USA zwingen E-Mail-Verschlüssler zur Schließung

Eben las ich in der Zeitung, dass die USA das Unternehmen Lavabit, das sich auf die Verschlüsselung von E-Mails spezialisierte, zur Schließung gezwungen haben. Offenbar war auch der Whistleblower Edward Snowden in den letzten Monaten Kunde bei Lavabit und hielt seine Korrespondenz so geheim. Die USA machen sich jetzt der offenen Unterdrückung von Freiheitsrechten schuldig, die in ihrer Verfassung stehen.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Computer und Internet, erlebte Geschichte, Politik, Wahltag | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 3 Kommentare

Hoffnung auf Rohani – ein neuer, machtloser Präsident des Iran

Der Iran hat einen neuen Präsidenten. Im Westen hofft man auf einen freundlicheren Umgangston und eine Lösung des Atomkonflikts. Doch es ist wahrscheinlich, dass Hassan Rohani diese Erwartungen nicht erfüllen kann. Das hat verschiedene Gründe.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter erlebte Geschichte, Politik | Verschlagwortet mit , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Überwachungsstaat und Willkürherrschaft: Ein Abgesang auf die Freiheit

Als ich jung war, zu Zeiten der Friedens- und der Anti-Atomkraft-Bewegung, waren wir alle recht stolz auf unser Grundgesetz. Wir, die politisch interessierte nächste Generation, standen auf und gingen voran, um die Grundrechte des Grundgesetzes mit Leben zu füllen. Wir sind aufgewachsen mit dem Wissen, dass wir gegenüber dem Staat Rechte haben, ganz im Gegensatz zu unseren Eltern und Großeltern in der Nazi-Zeit. Diese Rechte wollten wir einfordern, um ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen. An vielen Orten der Welt musste man aufpassen, was man sagte, und in Orwells Buch 1984 musste man sogar aufpassen, was man dachte. Nicht so in der Bundesrepublik. Wenn dort der Staat seine Befugnisse überschritt, und das tat er mit Berufsverboten und Notstandsgesetzgebungen immer mal wieder, dann gab es legale Mittel, sich dagegen zu wehren, in den Zeitungen lieferten sich Befürworter und Gegner von Maßnahmen wahre Schlachten, und man konnte nicht im Vorhinein automatisch wissen, wie sie ausgingen. – Heute wissen wir, dass diese Freiheit, die wir spürten und von der wir träumten, keine Wirklichkeit war. Es gab Leute, die wussten, wie alles ausging, sie hatten alle relevanten Informationen, und sie setzten ihren Willen durch, ganz unabhängig von der Diskussion unter den Bürgern. Diese Freiheit, diese Offenheit, diese schwer erkämpften Rechte, sie sind verloren, und ich trauere um sie. Vor allem sind sie deshalb verloren, weil sich die jungen und älteren Menschen von heute nicht mehr für sie interessieren, nicht mehr für sie einsetzen. Die Maschine hat gewonnen, so scheint es, und das erschreckt mich. Und wenn ich auch heute noch meine Meinung sage, dann nur, weil meine Meinung nichts ändert, und weil ich weiß, dass ich dafür nicht ins Gefängnis gehe, nicht von der CIA gefoltert werde, vielleicht nicht einmal vom großen Bruder zur Kenntnis genommen werde. Drum kann ich weiter in meinem Sandkasten spielen und Freiheit simulieren. Das ist aber auch alles. Denn, so schrieb die FAZ: „Wer nicht mehr frei kommunizieren kann, der führt kein freies Leben.“

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Computer und Internet, erlebte Geschichte, Leben, Politik | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 3 Kommentare