Betrachtungen nach der Bürgerschaftswahl in Bremen

Medien und Politik gebärden sich nach der Bürgerschaftswahl in Bremen wie in einem Tollhaus. Es sei, so liest und hört man allenthalben, ein erschreckend deutliches Signal von Bremen ausgegangen, vor allem durch die niedrige Wahlbeteiligung. Ich selbst habe das Gefühl, wir steuern auf amerikanische Verhältnisse zu.

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Plädoyer für eine neue Kultur des Erinnerns

In den letzten Tagen erinnerte sich die Welt auf die immer gleiche Weise an das Ende des zweiten Weltkrieges. Es gab Gedenkveranstaltungen mit hochtrabenden Friedensworten, und es gab Militärparaden. Während in den befreiten Ländern das Erinnern an die Befreiung dominierte, galt der Haupttenor in Deutschland der Mahnung vor der Wiederkehr des faschistischen Völkermords. Viele Menschen in Deutschland, die so über Jahre und Jahrzehnte gemahnt wurden, wünschen sich ein Ende der Erinnerung, ein Ende des von ihnen so empfundenen Fingerzeigs auf Deutschland, und genau in diesen Kreisen blüht der neue Revanchismus auf. Will man ihn bekämpfen, brauchen wir eine neue, veränderte Kultur des Erinnerns.

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70 Jahre Kriegsende und die Reichsbürgerbewegung

Heute feiert man in Russland den Tag des Sieges, gestern beging man in ganz Europa den Tag der Befreiung. Durch Erzählungen meiner Familie bin ich mit dem zweiten Weltkrieg und seinem Ende recht vertraut, auch in meinem Gefühl. Deshalb will es mir nicht in den Kopf, dass es immer noch Menschen gibt, die sich das alte deutsche Reich zurückwünschen. Daher habe ich vor ein paar Tagen für den Ohrfunk folgenden Kommentar geschrieben.

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10 Jahre Wa(h)renhaus und es geht weiter

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs,

heute sind es genau 10 Jahre, dass diese Seite, damals noch unter dem Titel „mein chaotisches Webtagebuch“, ans Netz ging. 660 Artikel habe ich seither veröffentlicht, aber in den letzten Jahren wurden es stetig weniger. Rund 80000 Besucher hatte das Blog während der letzten 10 Jahre, ergab eine Hochrechnung, die allerdings nicht besonders sicher ist. Einige Leserinnen und Leser halten diesem Blog seit 10 Jahren die Treue, und dafür bedanke ich mich sehr herzlich. Ihr, die ihr dieses Blog immer noch lest, seid der Grund dafür, dass ich auch immer noch schreibe.

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Medien- und Hörerschelte

Der folgende Beitrag wurde bereits am 31. März 2015 als Kommentar beim Ohrfunk veröffentlicht.

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Franz-Josef Hanke zum 60. geburtstag

Seit gut 17 Jahren kenne ich Franz-Josef Hanke, den unermüdlichen Bürgerrechtler, Journalisten, Autor, Blogger und Menschenfreund. Heute wird er 60 Jahre alt.

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Die Natur schaltet einen Gang runter, aber die Menschen nicht

Heute ist Frühlingsanfang, oder so ähnlich. Die sympathische junge Frau mittleren Alters, mit der ich mein Leben verbringe, hat Geburtstag, und eine partielle Sonnenfinsternis gibt es auch noch zu sehen. Nur zu sehen? – Wir wollen es genau wissen.

Morgens halb 10 in Deutschland, genauer in Marburg. Es ist der Moment, in dem die Sonne angefressen zu werden beginnt. Jackenbewehrt begeben wir uns auf den Balkon und setzen uns in die warme Sonne. Die Menschen arbeiten und plaudern, die Autos fahren, die Vögel singen. Was aber wird gleich geschehen? Gleich, wenn die Sonne fast vollständig verschluckt wird?

Eine viertel Stunde später haben wir den Eindruck, dass die Sonne irgendwie kleiner geworden ist, die Strahlkraft nimmt ab, aber weder Menschen noch Vögel kümmern sich darum. Die einen arbeiten, die anderen tirilieren weiter. Auch wir sind noch ganz normal, vielleicht ein wenig gespannt, aber nichts sonst.

Ich erinnere mich an die Sonnenfinsternis 1999, als ich draußen vor meinem elterlichen Haus in Solingen stand und erahnte, wie es dunkler und dunkler wurde, bis nur noch ein Dämmern übrig war. Die Natur war irritiert, die Menschen fasziniert. Wie würde es wohl heute sein?

Irgendwann bemerken wir eine subtile Veränderung. Einige Vögel werden leiser, andere melden sich seltener, ein kälterer Wind kommt auf, die wärmenden Strahlen der Sonne verschwinden mehr und mehr, aber nicht so, als ginge sie unter. Dieses Verblassen der Wärme ist anders als abends, und auch anders als wenn sich Wolken vor die Sonne schieben. Es ist langsamer, größer. Die Menschen scheinen gerade jetzt mehr Geschäftigkeit zu entfalten. Autos stehen mit laufendem Motor an der Straße, die Baustelle lärmt mehr, der Verkehr nimmt zu. Oder nimmt nur unsere Sensibilität zu, während sich die Sonne vorübergehend abwendet?

Die junge Frau mittleren Alters hört gegen halb elf die Amseln leise singen. Abendstimmung? Gute-Nacht-Lieder? Unbeeindruckt arbeiten die Menschen, überspielen die Stille hinter der Stille, wie meine spirituelle Frau es ausdrückt, eine Bezeichnung, der ich nur vollkommen zustimmen kann. Die Natur wird stiller, verstummt nicht ganz, wie auch die Sonne nicht ganz verschwindet. Sie bleibt, doch ein Gefühl unnatürlicher Verlassenheit ist spürbar. Das freundliche, warme Licht des Frühlings blinzelt kurz, und für uns ist es eine kalte halbe Stunde.

20 Minuten vor 11, als der dunkelste Punkt erreicht ist, fahren viele Autos, dröhnen große Maschinen von der Baustelle, nur wir sind vollkommen still und nehmen die Stille in uns auf, die trotz allem da ist. Und mehr gibt es nicht zu sagen.

Später dann, als nach einer knappen viertel Stunde die ersten spürbaren Strahlen zurückkehren, meldet sich laut eine nahe Meise. Sie begrüßt die Sonne, und wir begrüßen sie auch. Wie freuen wir uns über die Strahlen, die Wärme, die Freundlichkeit der Natur. Wir haben sie nicht lange missen müssen, und wir waren fasziniert von ihrer Abwesenheit, und doch haben wir sie vermisst.

Es war ein wunderschöner, spiritueller, faszinierender, interessanter Morgen.

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Hart am Rande des Verfassungsbogens oder: Ich bin ein Linksradikaler, und das ist auch gut so

Ich bin linksradikal, und das ist auch gut so. – Für viele von Ihnen, die Sie in den letzten Jahren meine Texte gelesen und meine Rundfunkbeiträge gehört haben, könnte dieser Text hier schon zu Ende sein. Ja, Stimmt, werden Sie sagen und denken, dass dies aber ein kurzes Statement gewesen sei.

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Schlage nie! nie!! nie wieder!!! eine Zeitung auf!!!

Inzwischen ist geschehen, was ich niemals für möglich gehalten hätte: Ich habe keine Lust mehr, Nachrichten zu lesen. Jahre und Jahre habe ich mir gewünscht, wo und wann ich will umfassend informiert zu werden, und das Internet erfüllte mir diesen Wunsch. Aber jetzt vergeht mir die Freude daran.

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Hat der ukrainische Waffenstillstand eine Chance?

Den folgenden Beitrag habe ich bereits am 18. Februar für den Ohrfunk geschrieben; Leider vergaß ich, ihn auf diesem Blog zu veröffentlichen, was ich aus Dokumentationsgründen hiermit nachhole.

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